Gottfried Kumpf
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Kultur

Gottfried Kumpf: Ehrenbürgerschaft zum 90er

Der Maler, Bildhauer und Grafiker Gottfried Kumpf ist seit Sonntag Ehrenbürger der Gemeinde Annaberg-Lungötz. Der Tag ist nicht zufällig gewählt, denn genau heute vor 90 Jahren wurde Kumpf in der Tennengauer Gemeinde geboren.

Seine Malereien sind im naiven Stil gehalten und zeigen oft Landschaften und meist auch sein Markenzeichen – den Asozialen – eine kleine Figur die häufig irgendwo in einer Bildecke hockt. Neben Malereien hat Kumpf zahlreiche öffentliche Gebäude gestaltet, Briefmarken designt und Bronzeskulpturen geschaffen, vor allem Tierplastiken, eine davon – der große Elefant- steht etwa vor dem Naturhistorischen Museum in Wien.

Gottfried Kumpf – Der Elefant
Ben Skála, Benfoto, CC BY-SA 3.0 httpscreativecommons.orglicensesby-sa3.0
Gottfried Kumpf: Der Elefant – Bronzeskulptur vor dem Naturhistorischen Museum in Wien
Der Asoziale – Gottfried Kumpf
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„Der Asoziale“ Das Markenzeichen Gottfried Kumpfs, ist in vielen seiner Bilder zu finden

Offizielle Verleihungszeremonie soll folgen

Geboren wurde Gottfried Kumpf vor 90 Jahren in Annaberg – zu seinem Ehrentag hat die Gemeindevertretung beschlossen, den berühmten Sohn zum Ehrenbürger zu machen, freut sich Bürgermeister Martin Promok (SPÖ), auch wenn eine klassische Verleihungszeremonie derzeit nicht möglich ist: „Wir haben ihm daher eine Videobotschaft gesendet und mit dem heutigen Tag gilt die Ehrenbürgerschaft. Eine persönliche Verleihung werden wir dann nachholen, wenn sich die Corona-Situation beruhigt hat, darauf freuen wir uns sehr.“

Die Verleihung hat die Gemeindevertretung schon vor längerer Zeit beschlossen: „Wir freuen uns sehr Gottfried Kumpf ehren zu können, er hat zwar hier nur kurz gelebt, aber er ist dem Ort immer verbunden geblieben“, sagt Promok. Gottfried Kumpf lebt seit den 60er Jahren in Breitenbrunn im Burgenland, 2005 wurde in Annaberg bereits ein Weg nach ihm benannt, 2019 gestaltete der Künstler eine eigene Kumpf-Gondel für die Donnerkogelbahn in seinem Geburtsort.

Gemeinde Annaberg Gottfried Kumpf
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1995 benannte die Gemeinde Annaberg einen Weg nach Gottfried Kumpf, im Bild rechts der damalige Bürgermeister Josef Schwarzenbacher (ÖVP)

Seit Mitte der 60er als freischaffender Künstler aktiv

Seine Karriere als Maler hat der Sohn eines Landarztes aber anderswo begonnen: Nach der Matura und einem Medizinstudium, widmete sich Kumpf seit 1965 ganz der Malerei. Nach mehreren Jahren in Wien, ließ er sich mit seiner Frau, der Malerin Maria Plachky (1920-1982), im Burgenland nieder.

In den 1970er Jahren stand Kumpf auch vor der Kamera, gemeinsam mit Helmut Qualtinger in Bernhard Wickis Film „Das falsche Gesicht“. Im selben Jahrzehnt entstehen auch erste bildhauerische Arbeiten und erste Bilder mit seinem Markenzeichen – dem „Asozialen“, der in zahlreiche seiner Werke Eingang fand. Über die meist in einer Bildecke hockende Figur sagt Kumpf: „Asozial ist in diesem Sinn nicht negativ gemeint und bedeutet, dass er neben der Gesellschaft als Einzelgänger existiert.“

Gemeinde Annaberg Gottfried Kumpf
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Gottfried Kumpf: Gemeinde Annaberg – links im Bild: Der Asoziale neben einem Haus hockend

Vielfältiges Schaffen, von Architektur bis zu Briefmarken

Kumpfs Schaffen ist vielfältig, er illustrierte Kinderbücher von Thomas Brezina und gestaltete Gebäude, etwa die Autobahnraststätte Göttlesbrunn (Niederösterreich), oder die Therme in Stegersbach (Burgenland). Außerdem hat er mehrere Briefmarken für die Österreichische Post und für die Postverwaltung der Vereinten Nationen entworfen.

Immer noch aktiv und vielfach ausgezeichnet

Auch mit 90 Jahren ist Gottfried Kumpf immer noch aktiv, derzeit entstehen mehrere Skulpturen in Italien. Für seine Arbeit ist Kumpf mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem erhielt er 2005 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.