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APA/dpa/Oliver Berg
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Gesundheit

Krisenstab: Zweite CoV-Welle wird länger und härter

Als „beunruhigend“ bezeichnet der Einsatzleiter des Covid-19-Krisenstabs der Stadt Salzburg, Michael Haybäck, die aktuelle Infektionslage. Er stellt sich darauf ein, dass die zweite Welle länger und härter ausfallen wird als die erste im Frühjahr.

Haybäck sagte am Mittwoch im Salzburger Gemeinderat, er rechne damit, dass diese zweite Welle schlimmer ausfallen werde als die erste: „Es ist offensichtlich, dass nur ein Teil-Lockdown stattfindet. Betriebe und Schulen sind offen. Außerdem starten wir bei einem wesentlich höheren Infektionsniveau als im Frühjahr. Wir dürfen uns keine zu rasche Entspannung erwarten. Wenn wir alleine in der Stadt Salzburg über 700 Infizierte bei exponentieller Steigerung haben, wird die ganze Angelegenheit in 14 Tagen nicht erledigt sein.“

737 Menschen waren Mittwochvormittag in der Stadt Salzburg aktiv infiziert, rund 3.600 im ganzen Bundesland.

Contact Tracing am Limit

So kommt das Contact Tracing Team der Stadt Salzburg trotz personeller Aufstockung immer mehr ans Limit. Haybäck belegte das mit Zahlen: Mehr als 64.000 Telefonate waren bisher erforderlich, dazu kommen 6.500 Bescheide, die bisher ausgestellt worden.

Allerdings gebe es gerade bei der Ausstellung der Bescheide einen Engpass, räumte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch ein: „Wir versuchen auf jeden Fall, alle Kontaktpersonen der ersten Kategorie per Telefon zu erreichen, sie in Autoquarantäne zu schicken und einen Test zu veranlassen – auf Grund der hohen Zahlen haben wir in den vergangenen Tagen vereinzelt aber keine Bescheide ausstellen können.“ Kommen wie zuletzt an einem Tag zwischen 100 und 150 Neuinfizierte hinzu, und gehe man von jeweils zehn bis 20 Kontaktpersonen aus, könne man sich ausrechnen, wie viele Bescheide das zur Folge habe, so der Sprecher: „Priorität gibt es darum dort, wo Betroffene in sensiblen Bereichen arbeiten. In Krankenhäusern, Seniorenwohnheimen oder Lehrer in Schulen.“

Im Endausbau soll das Contact-Tracing-Team der Stadt Salzburg auf 55 Bedienstete aus allen Bereichen des Magistrats aufgestockt werden. Dazu stoßen 27 externe Vollzeitkräfte und zwölf Soldaten des Bundesheeres.

Vier weitere Todesfälle

Das Land Salzburg meldete am Mittwoch vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 – damit erhöht sich deren Zahl auf 57. Drei Verstorbene – 93, 75 und 67 Jahre alt – stammen aus dem Tennengau, dazu kam eine 78-jährige Flachgauerin, die mit dem Coronavirus starb.

Auch die Zahl der Neuinfektionen steigt in Salzburg weiterhin stark an. Bis Mittwoch, 10.00 Uhr wurden im Bundesland 3.589 Menschen positiv getestet – fast doppelt so viele wie noch vor einer Woche. Von Dienstagvormittag auf Mittwochvormittag, 10.00 Uhr, kamen im Land Salzburg 291 Neuinfektionen dazu – die meisten davon im Flachgau. Dieser Bezirk liegt auch bei der Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle mit mehr als 1.200 aktuell landesweit an der Spitze. Dahinter folgen die Stadt Salzburg (737 aktive Infektionen) und der Pongau (657 aktive Fälle).

Haslauer und Schwaiger bei Schnelltest negativ

Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Agrarlandesrat Josef Schwaiger (beide ÖVP) sind am Mittwoch per Schnelltest negativ auf Covid-19 getestet worden. Die beiden hatten ja am Montag Kontakt mit einer Personalvertreterin, die an Covid-19 erkrankt ist. Die Ergebnisse der PCR-Tests folgen noch.

Die beiden hatten am Montag Kontakt mit einer Personalvertreterin, die an Covid-19 erkrankt ist- mehr dazu in Covid-19-Kontakt: LH sagt Termine ab. Die Ergebnisse der PCR-Tests folgen noch.

Städtischer Krisenstab: Zweite Welle länger und härter