Alexander Stangassinger im Bürgermeisterbüro der Stadt Hallein
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Chronik

CoV: Stadtchef kritisiert „Ampel-Wirrwarr“

Neben der CoV-Ampel des Bundes für die Bezirke und der Bildungsampel gibt es seit kurzem auch eine eigene Ampel für jede Gemeinde. Das sorge für Verwirrung, sagt Halleins Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ). In anderen Orten versteht man diese Kritik nicht.

Zu Beginn der Corona-Krise hatten die Bürgermeister noch Daten ihrer infizierten Gemeindebürger bekommen. Über den Sommer gab es aus Datenschutzgründen dann aber keine Informationen mehr. Mit der Verschärfung der Lage werden die Infektionen den Gemeinden jetzt wieder gemeldet.

Das sorge für zusätzliche Verwirrung, kritisiert jetzt Halleins (Tennengau) Bürgermeister Alexander Stangassinger. So zeige die aktuelle CoV-Ampel für den Bezirk Tennengau rot, während sie für die Stadt Hallein derzeit gelb sei, sagt Stangassinger.

„Maßnahmen auf Problemgemeinden beschränken“

„Jetzt haben wir schon drei Ampeln – eine für den Bund, für jeden Bezirk und nun auch noch eine für jede Gemeinde. Daher haben wir unseren Wert gar nicht aktiv kommuniziert. Ich hätte mir gewünscht, dass man CoV-bedingte Einschränkungen und Maßnahmen nur in jenen Gemeinden anwendet, wo man die CoV-Infektionen nicht im Griff hat“, sagt Stangassinger.

In Hallein sei die Lage „derzeit Gott sei Dank noch im Griff“, ergänzt der Bürgermeister. „Wir werden auch alles daran setzen, dass das auch so bleibt. Aber man kann natürlich niemals ausschließen, dass es irgendwo doch ein paar Unvernünftige gibt, die sich nicht an vorgegebene Maßnahmen halten und so einen Cluster auslösen.“

Für Neumarkts Stadtchef zu viel Kritik

Adi Rieger (ÖVP), Bürgermeister der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee (Flachgau), sieht diese Kritik seines Amtskollegen in Hallein als Verwirrung der Öffentlichkeit: Die Bürgermeister bekämen vom Land Salzburg regelmäßig Informationen über Fälle in ihren Gemeinden – und dass die Namen der Betroffenen nicht dabei sind, stört Rieger nicht.

Die Gemeindeampel sieht der Neumarkter Stadtchef positiv: Diese werde nur intern an die jeweiligen Gemeinden verschickt, damit diese die Lage im Ort beurteilen können. Offensiv an die Öffentlichkeit kommuniziert werde diese Ampel nicht. Das sei Sache der jeweiligen Gemeinden. Er sage den Stand der Gemeindeampel nur auf Anfrage, um unter den Bürgern nicht noch für zusätzliche Verwirrung zu sorgen, ergänzt Rieger.