Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
Flugbild: Gerald Lehner
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Wirtschaft

Skigebiet Gaißau-Hintersee für immer zu

Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebaut und verkauft. Das gaben Freitag die neuen Eigentümer bekannt. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten die Verträge schon unterschrieben.

Für viele Menschen, Wintersportler im nördlichen Salzburg, dem angrenzenden Oberösterreich, die Gastronomie der Region und für Bedienstete sowie langjährige Geschäftspartner der Skischaukel kommt diese Nachricht nun als Hiobsbotschaft. Besonders in den Gemeinden Krispl-Gaißau, Adnet (beide Tennengau) und Hintersee bzw. Faistenau (beide Flachgau) ist das Entsetzen unter Kommunal- und Regionalpolitikern groß – ebenso in der Bevölkerung und bei Stammgästen aus dem In- und Ausland.

Ein einziger Grundbesitzer weigerte sich

Mehr als zwei Monate lang sei nun mit den Grundbesitzern intensiv verhandelt worden, sagt der Wiener Rechtsanwalt Berthold Lindner. Er und sein Geschäftspartner Bernhard Eibl – ein Transport- und Abbruchunternehmer – haben den Betrieb vor wenigen Monaten nach einem Konkursverfahren übernommen und wollten ihn auf moderne und zeitgemäße Beine stellen. Fast alle Grundbesitzer in der Region – bis auf einen – hätten den neuen Plänen zugestimmt. Es seien auch die Verträge schon unterschrieben – bis auf einen, schildert Anwalt und Betreiber Lindner.

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Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Wieserhörndl, der höchste Punkt des Gebietes, hinten der Wallersee
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Anzenberg
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Anzenberg und Wieserhörndl von Osten. Die Geologie der Osterhornberge bietet süd- und südwestseitig sanfte und prachtvolle Skihänge. Gegen Norden und Nordosten dominieren hohe Steilflanken und Wände das Szenario. Am Fuß dieser Wand liegt die „Eiskapelle“, wo der Lawinenschnee auch die Sommermonate natürlich überdauert.
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Foto vor wenigen Tagen aufgenommen: Vorne das Ortszentrum von Krispl, dahinter der Ortsteil Gaißau mit Spielberg, Wieserhörndl und Anzenberg, den Hauptgipfeln der Skischaukel nach Hintersee
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Feuerwehr Krispl-Gaißau
Krispler Feuerwehrleute bei Bergeübung auf der Sesselbahn vor wenigen Tagen. Auch sie wurden von der Nachricht am Freitag kompett überrascht.
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Latschenalm im Zentrum des Skigebietes
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Gipfel des Wieserhörndls nach Wintersturm
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Gerald Lehner
Lifthäuschen in einem der vergangenen „Jahrhundertwinter“. Gaißau-Hintersee gilt als „Schneeloch“.
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Anzenberg im vergangenen Spätherbst. Auf der anderen Seite gibt es anfängertaugliche Hänge, die bei Familien sehr beliebt sind.
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Wieserhörndl und Anzenberg – die auch für Anfänger bestens befahrbare Seite der Skischaukel
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Wieserhörndl mit der Sesselbahn im Frühsommer
Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebrochen. Das haben am Freitag die neuen Eigentümer bekanntgegeben. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer im Skigebiet seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten schon unterschrieben.
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Die Latschenalm ist im Sommer auch als Wanderziel sehr beliebt
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Links vom Wieserhörndl der Gipfel des Spielbergs, auf den ab 2027 eine neue Seilbahn führen könnte
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Ohne Parkplätze und Zubringerlift geht es nicht

Ein „zentraler Eigentümer“ – von Eibl bisher nicht namentlich genannter Grundbesitzer – sei jedoch nicht bereit, einen Vertrag mit der Liftgesellschaft abzuschließen. Es gehe dabei um die Parkplätze und die untere Talabfahrt in der Gaißau: „Ein Betrieb des Zweier-Sessellifts in der Gaißau und damit des zentralen Zubringers ist damit nicht mehr möglich. Das Skigebiet muss daher dauerhaft geschlossen werden.“

„Müssen das sehr schwerzen Herzens tun“

Lindners Geschäftspartner Bernhard Eibl sieht die Lage so: „Wir haben über den Sommer schon mehr als eine halbe Million Euro in die Modernisierung investiert. Dazu haben wir mehr als zwei Monate lang versucht eine Lösung für alle Beteiligten zu finden und sind dabei auf alle Forderungen eingegangen.“ Die Eigentümer hätten sich „sehr schweren Herzens“ entschließen müssen, das Skigebiet endgültig einzustellen. Alle Gaißauer Liftanlagen würden nun abgebaut und an Interessenten im In- oder Ausland verkauft.

Neubeginn war schon fast komplett auf Schiene

Bis zuletzt hatte es noch geheißen, im kommenden Winter 2020/21 solle das beliebte Familien-Skigebiet nach Jahren der Krise wieder in neuem Glanz erstrahlen. Es wurden fünf Mitarbeiter wieder neu eingestellt, die für die Liftgesellschaft schon in der Vergangenheit gearbeitet hatten. Dazu kamen schon neue Pistenraupen und moderne Zutrittssysteme. Auch sei die seilbahntechnische Revision der zwei Jahre stillstehenden Liftanlagen nun schon fast abgeschlossen gewesen – mit hohen Kosten. Daneben wurden Projektunterlagen für eine moderne Beschneiung ausgearbeitet und eingereicht.

Krispler Bürgermeister: „Extrem schlimm“

„Ich bin sprachlos“, sagte Andreas Ploner in einer ersten Reaktion dem ORF am Freitagnachmittag, der Bürgermeister von Krispl-Gaißau (ÖVP): „Die beiden mutigen Betreiber haben sich nun wirklich wochenlang bemüht, alle Wünsche unserer Grundbesitzer zu erfüllen – und nun das. Die Lage ist extrem schlimm, ein Trauerspiel. Wir müssen das jetzt einmal sickern lassen. Aber ich werde nicht nachlassen, mit diesem einen Grundbesitzer ein positives Gespräch zu suchen. Vielleicht gibt es eine gute Einsicht und eine gemeinsame Lösung doch noch. Ich arbeite darauf hin, dass wir uns zusammensetzen und reden, wenn der erste Schock vorbei ist.“

Adneter Bürgermeister: „Hoffnung stirbt zuletzt“

„Das ist eine Katastrophe für unsere Region“, so reagierte Wolfgang Auer im Gespräch mit salzburg.ORF.at, der Bürgermeister von Adnet (ÖVP): „Das betrifft den Sport, die Wirtschaft und viele Teile unserer Bevölkerung. Fast alle Kinder und Schüler der Gemeinden haben in dem Gebiet das Skifahren gelernt. Und die Skischaukel ist ein Rückgrat unseres Tourismus. Von der Größe her war der Betrieb sehr sozial- und umweltverträglich. Es ist kaum zu glauben, was hier passiert.“

Die Investoren hätten schon so viel eigenes Geld in den Neubeginn gesteckt: „Ich gebe die Hoffnung aber noch immer nicht auf, dass wir doch noch über Gespräche unter Partnern eine Rettung hinbekommen. Und die Hoffnung stirbt immer zuletzt“, so Auer.

Aussichten für Tourengeher?

Für die in Gaißau auch sehr aktiven Pisten- und Tourengeher könnte es mittel- und langfristig ebenfalls düster aussehen. Ein Tennengauer Forstwirt sagte dem ORF, die Bundesforste müssten laut Gesetz aufgelassene Pisten wieder aufforsten: „Im Jungwald ist Skisport verboten. Unabhängig davon wachsen dann weite Teile des Gebietes ohnehin von selbst wieder mit Buschwerk zu.“

Ehrenamtliche Retter frustriert

Auch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Gemeinden haben sich für die Wiederbelebung der Skischaukel eingesetzt. Die Freiwillige Feuerwehr Krispl führte erst vor wenigen Tagen eine Liftbergeübung auf der Gaißauer Seite durch – um bei technischem Defekt der Sesselbahn möglichst rasch die Skifahrer auf sicheren Boden bringen zu können.

Das beliebte Familien-Skigebiet Gaißau-Hintersee ist nach Jahren der Krise nun endgültig Geschichte. Alle Lifte werden abgebaut und verkauft. Das gaben Freitag die neuen Eigentümer bekannt. Die Pachtverhandlungen mit einem wichtigen Grundbesitzer seien endgültig gescheitert. Alle anderen hätten die Verträge schon unterschrieben.
Feuerwehr Krispl-Gaißau

„Was sagen unsere Kinder?“

Der stellvertretende Krispler Feuerwehrkommandant Manfred Ziller kann die Entwicklung kaum glauben: „Wir sind mitten in der Organisation für eine weitere Gemeinschaftsübung mit Bergrettung und Liftpersonal. Und nun kommt diese Nachricht. Ich möchte gar nicht daran denken, was das für unsere Kinder, Familien im Dorf und in der Region bis in die Stadt Salzburg bedeutet.“