In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
ORF / Gerald Gundl
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Chronik

Starkregen fordert Feuerwehren landesweit

Der Starkregen hat in der Nacht und auch am Dienstag die Feuerwehren landesweit gefordert. Insgesamt rückten bislang rund 500 Einsatzkräfte aus. Während in der Nacht vor allem der Lungau, der Pinzgau und der Pongau betroffen waren, verlagerten sich die Hochwassereinsätze ab der Früh in den Flachgau und in die Landeshauptstadt. Die Lage bleibt weiterhin angespannt.

Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter fielen in den vergangenen 24 Stunden, die Pegel der Lammer, der Saalach und Salzach stiegen gefährlich hoch an. Den ersten Unwettereinsatz verzeichneten die Feuerwehren Montagabend im Lungau.

„Begonnen hat die Einsatzserie um 19:36 Uhr mit einem Notruf aus dem Lungau. In Muhr haben Erdmassen die Straße verschüttet, verletzt wurde dabei aber niemand“, schildert Thomas Lindner von der Landesalarm- und Warnzentrale Salzburg (LAWZ).

Hochwasser-Wellenbewegung vom Pinzgau in den Norden

Nach den starken Regenfällen der vergangenen Stunden verlagerte sich das Hochwassergeschehen in den Norden des Bundeslandes. Während in den Gebirgsgauen derzeit nur mehr an drei Messstellen die Warngrenze überschritten wird, stiegen gegen Mittag die Pegel von Salzach und Saalach vor allem im Bereich der Stadt Salzburg.

Im Laufe des Nachmittags werden sie voraussichtlich in der Landeshauptstadt wieder sinken – dafür dann aber in Oberndorf (Flachgau) deutlich ansteigen. Ausuferungen seien in Oberndorf aber laut dem Hydrografischen Dienst des Landes nicht zu erwarten.

Das viele Grundwasser wird zum großen Problem

Generell waren die Flüsse und Bäche Dienstagvormittag nicht das Hauptproblem für die Einsatzkräfte, sondern vielmehr das viele Grundwasser. „In den Stadtteilen Gneis und Leopoldskron-Moos haben wir viele Einsätze mit Wassereintritten in Kellern und tieferliegenden Geschossen. Zahlreiche Kleinmannschaften pumpen hier aus“, schildert der Chef der Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg, Reinhold Ortler.

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Auspumparbeiten in Bergheim – Einsatzkräfte auf Lamprechtshausen (beides Flachgau) helfen hier mit
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In Bergheim (Flachgau) wird auf Hochtouren ausgepumpt – das viele Grundwasser sorgt hier für zahlreiche Einsätze, Feuerwehrleute aus Lamprechtshausen (Flachgau) unterstützen
Die Salzach Dienstagnachmittag mit einem Pegelstand von fünf Metern
ORF / Gerald Gundl
Die Salzach Dienstagnachmittag mit einem Pegelstand von fünf Metern
Hochwasserschutz in Salzburg-Josefiau wird aufgebaut
ORF / Gerald Gundl
Hochwasserschutz in Salzburg-Josefiau wird aufgebaut
Hochwasserschutz in Salzburg-Josefiau wird aufgebaut
ORF / Gerald Gundl
Hochwasserschutz in Salzburg-Josefiau wird aufgebaut
Brücke in Oberndorf nach Laufen wegen Hochwasser gesperrt
FF Oberndorf
Brücke in Oberndorf (Flachgau) nach Laufen wegen Hochwasser gesperrt
Auspumparbeiten in Bergheim – Einsatzkräfte auf Lamprechtshausen (beides Flachgau) helfen hier mit
ORF / Gerald Gundl
Auspumparbeiten in Bergheim – Einsatzkräfte aus Lamprechtshausen (beides Flachgau) helfen hier mit
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
ORF / Gerald Gundl
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
Feuerwehrleute helfen Anrainern in Salzburg-Sam beim Sichern ihrer Wohnhäuser vor Wasser
ORF / Gerald Gundl
Feuerwehrleute helfen Anrainern in Salzburg-Sam beim Sichern ihrer Wohnhäuser vor Wasser
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
ORF / Gerald Gundl
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
ORF / Gerald Gundl
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
In Salzburg-Gnigl trat der Schleiferbach über die Ufer
ORF / Gerald Gundl
In Salzburg-Gnigl sind die Feuerwehrleute mit Auspumparbeiten beschäftigt: Betroffen sind vor allem Häuser neben dem Schleiferbach
In Salzburg-Parsch kommen vom Gaisberg die Wassermassen runter
ORF / Gerald Gundl
In Salzburg-Parsch kommen vom Gaisberg Wassermassen und Geröll herunter, der Gersbach ist über die Ufer getreten
Murenabgang in Muhr im Lungau
Polizei Salzburg
In Muhr im Lungau kam es zu Murenabgängen und Verklausungen, die Straße wurde gesperrt
Die Hubbrücke in Mittersill mit einem gefährlich hohen Pegelstand der Salzach
FF Mittersill
Die Hubbrücke in Mittersill mit einem gefährlich hohen Pegelstand der Salzach
Feuerwehrleuten errichten den mobilen Hochwasserschutz im Oberpinzgau
FF Mittersill
Feuerwehrleute errichten den mobilen Hochwasserschutz an der Salzach im Oberpinzgau
Die Hubbrücke in Mittersill mit einem gefährlich hohen Pegelstand der Salzach
FF Mittersill
Die Hubbrücke in Mittersill mit einem gefährlich hohen Pegelstand der Salzach
Salzach-Hochwasserpegel an der Lehener Brücke
ORF.at/Georg Hummer
Salzach-Hochwasserpegel an der Lehener Brücke
ORF.at/Georg Hummer
Salzach-Hochwasserpegel an der Lehener Brücke
ORF.at/Georg Hummer

Hochwasserschutz in der Josefiau aufgebaut

Allein in der Stadt Salzburg zählten die Behörden seit Dienstagfrüh mehr als 100 Einsätze. In Salzburg-Josefiau wurde zu Mittag dann doch vorsorglich der Hochwasserschutz aufgebaut, da es sich hier um die am tiefsten liegende Stelle der Stadt handelt.

Lange hat es zwar geheißen, dass das Aktivieren des Hochwasserschutzes nicht notwendig sei. Der Salzachpegel erreichte an der tiefsten Stelle in der Josefiau dann doch 5,20 Meter und damit weit mehr als die Alarmgrenze.

Mobiler Hochwasserschutz im Oberpinzgau errichtet

In Hollersbach, Neukirchen am Großvenediger und Mittersill (alle Pinzgau) errichteten die Freiwilligen Feuerwehren in der Nacht auf Dienstag den mobilen Hochwasserschutz. Auf den Bergen sei es einfach zu warm, schildert der Mittersiller Bürgermeister Wolfgang Viertler (Liste Viert). „Das große Problem ist die Temperatur. Wenn es sich auf den Bergen einregnet, ensteht im Tal eine große Unsicherheitskomponente, die man nicht richtig in den Griff bekommt.“

Mittersill: Salzach schwillt auf mehr als fünf Meter an

In der Nacht auf Dienstag erreichte die Salzach gegen 01.00 Uhr Früh in Mittersill den Pegelhöchststand von 5,12 Metern. In der zweiten Nachthälfte aber beruhigte sich die Hochwassersituation im Oberpinzgau an der Salzach, seitdem sank der Salzachpegel.

Die Feuerwehrleute konnten anschließend wieder mehrer Dammbalkenverschlüsse öffnen. Wegen der Hochwassersituation kam es auch im Frühverkehr in Mittersill zu Verkehrsbehinderungen.

Die Hubbrücke in Mittersill mit einem gefährlich hohen Pegelstand der Salzach
FF Mittersill
In Mittersill schwoll die Salzach gefährlich hoch an

Stadt: Salzach überschreitet mit fünf Metern Alarmgrenze

In Oberndorf (Flachgau) stieg die Salzach auf bis zu einem zirka zehn-jährlichen Hochwasser, hier wurden Teile des Hochwasserschutzes aktiviert – Überblick über Pegelstände des Hydrografischen Dienstes.

Die Warngrenze des Pegelstandes von 4,80 Metern wurde am Dienstag bei der Nonntaler Brücke um 08.00 Früh erreicht, um 10.30 Uhr lag der Pegel hier dann schon bei rund fünf Metern, auf 5,36 Meter ist die Salzach im Laufe des Tages schließlich noch angestiegen. Die Salzach ist in der Stadt Salzburg aber nicht über die Ufer getreten, so der hydrografische Dienst des Landes.

Alle Radunterführungen entlang der Salzach gesperrt

Die Mannschaft der Berufsfeuerwehr wurde Dienstagfrüh noch einmal aufgestockt – alle freiwilligen Feuerwehren, sprich der Löschzug Bruderhof, Gnigl, die Freiwillige Feuerwehr Itzling und jene in Liefering, wurden nachalarmiert. Die Radunterführungen der Salzachbrücken wurden Dienstagfrüh aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Salzach-Hochwasserpegel an der Lehener Brücke
ORF.at/Georg Hummer
In der Landeshauptstadt wurden Dienstagfrüh alle Radunterführungen an der Salzach gesperrt

In Salzburg-Gnigl und Sam trat der Alterbach über die Ufer. Ortler rechnete damit, dass auch wenn die Niederschläge am Nachmittag schwächer werden, die Aufräumarbeiten noch bis Mittwoch andauern werden.

Söllheimer Bach entwickelt sich zu reißendem Gewässer

In Hallwang (Flachgau) schwoll der Söllheimer Bach an und trat über die Ufer (Credits: privat).

Hochwasser verlagert sich vom Gebirge in den Norden des Bundeslandes

Im Laufe des Vormittages traten rund um die Landeshauptstadt und im Flachgau mehrere Bächer über die Ufer, beispielsweise der Alterbach in Salzburg-Gnigl (Credits: ORF / Anja Stelzmüller).

Wals: „Saalach wird 6-Meter-Alarmgrenze erreichen“

Im Flachgau mussten die Feuerwehren zu Einsätzen etwa in Elixhausen, Oberndorf und Wals ausrücken. Weil es länger regnete als prognostiziert, ist die Saalach in Wals-Siezenheim laut hydrografischem Dienst des Landes auch bereits auf mehr als fünf Meter gestiegen.

Auch Lungau, Pongau stark betroffen

Muren, ausufernde Bäche, verstopfte Kanalisationen, Keller und Garagen unter Wasser und überschwemmte Straßen waren das Einsatzszenario im Lungau. In Mauterndorf, St. Michael. St. Margarethen, Unternberg und Muhr waren die Feuerwehren im Unwettereinsatz.

Auch der Pongau war beispielsweise in Obertauern, Hüttau, Hüttschlag und Großarl vom Starkregen betroffen. In der Landesalarm- und Warnzentrale wurde die Mannschaft für die Nacht vorsorglich verdoppelt.

Lamprechtshausener Straße und A8 überflutet

In Bergheim (Flachgau) war die Lamprechtshausener Straße (B156) im Frühverkehr teilweise überflütet, Autofahrer mussten hier Dienstagfrüh mit Behinderungen rechnen. Auch zwischen Henndorf und Eugendorf (beides Flachgau) stand die Fahrbahn der Wiener Straße (B1) teilweise unter Wasser.

Ebenso gab es bei Zell am See (Pinzgau) auf der Salzachuferstraße zwischen Bruck und der Kläranlage Zell am See Behinderungen wegen Überflutungen. In Salzburg-Parsch ist die Kreuzbergpromenade bei der Weissenbachstraße wegen Überflutung gesperrt, hier trat der Gersbach über die Ufer.

Autobahn A8 überflutet

Im angrenzenden Bayern war Dienstagfrüh die Autobahn A8 in beiden Richtungen zwischen Frasdorf nahe dem Chiemsee und Achenmühle wegen Überflutung gesperrt, auch die parallelführende Ausweichstrecke war überflutet und nicht befahrbar.

In weiterer Folge bildeten sich in diesem Abschnitt bereits mehrere Kilometer Stau in beiden Richtungen. Autofahrer konnten hier nur großräumig ausweichen.

Langsame Entspannung seit Dienstagnachmittag

Die Einsatzkräfte beobachteten auch am Dienstag die hohen Pegelstände der Flüsse und Bäche im Land. Seit Dienstagnachmittag entspannte sich die Lage laut Katastrophenschutz des Landes Salzburg schrittweise.