Gericht

15 Jahre Haft nach Messerstecherei

Am Landesgericht sind am Freitag zwei junge Männer wegen zweifachen versuchten Mordes nach einer Messerstecherei mit zwei Verletzten in der Stadt Salzburg Ende vergangenen Jahres schuldig gesprochen worden. Der 26-jährige Erstangeklagte erhielt 15 Jahre unbedingte Haft, der 24-jährige Zweitangeklagte zehn Jahre unbedingte Haft.

Die am Abend gesprochenen Urteile des Geschworenengerichtes sind nicht rechtskräftig. Weder der Staatsanwalt noch die Verteidiger gaben eine Erklärung ab. Die beiden Beschuldigten hatten bei dem am Donnerstag gestarteten Prozess den Vorwurf des versuchten Mordes bestritten.

Laut Anklage soll der 26-jährige, hauptbeschuldigte Österreicher vor dem Altstadtlokal in der Griesgasse gegen 3.00 Uhr im Streit einem Burschen mit einem Butterflymesser in den Bauch und einem weiteren Burschen in den Rücken gestochen haben. Der mitangeklagte 24-jährige Syrer soll dem älteren Beschuldigten das Messer für die Tat übergeben haben. Die aus dem Flachgau stammenden Opfer wurden schwer verletzt.

Prozess Messerstecherei Angeklagter Polizisten
APA/Vera Reiter
Der Hauptangeklagte am ersten Prozesstag vor Gericht

Hauptangeklagter mehrmals vorbestraft

Der mehrmals einschlägig vorbestrafte Österreicher gestand zwar ein, zugestochen zu haben, bestritt aber den Vorwurf der Tötungsabsicht. Er habe die zwei Burschen nach Beleidigungen, Attacken und einer Rauferei verletzen, aber nicht töten wollen. Der 26-Jährige bereute die Tat und meinte, die Eskalation sei dem Alkoholkonsum geschuldet gewesen. Sein Verteidiger Kurt Jelinek plädierte auf absichtlich schwere Körperverletzung.

Zweitangeklagter Syrer bisher unbescholten

Der bisher unbescholtene Syrer wies den Vorwurf zurück, dem Österreicher das Messer für die Tat überreicht zu haben. Sein Verteidiger Leopold Hirsch forderte einen Freispruch vom Vorwurf der Beitragstäterschaft zum versuchten Mord. Dass er zugestochen habe, sei ein Fehler gewesen, bedauerte der 26-jährige Hauptangeklagte. Er wurde auch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.