Wirtschaft

Skischaukel Gaißau-Hintersee: Grünes Licht von Experten

In Gaißau-Hintersee (Tennengau/Flachgau) gehen die Vorbereitungen zur Rettung des Skigebietes weiter. Mittwoch haben Experten des Landes den Standort eines Speicherteiches für die geplante Kunstschnee-Anlage erkundet. Es gibt aber Bedenken wegen eines Biotops. Der behördliche Naturschutz könnte eingreifen.

In einem Waldstück auf 1.200 Meter Seehöhe planen die designierten Eigentümer auf der Gaißauer Seite der Skischaukel den neuen Speicherteich. Dieser sollte weiter geplant werden, das ist die Empfehlung einer Expertenkommission des Landes Salzburg. Nach jahrelangen Bemühungen zur wirtschaftlichen Rettung der Region musste sich zuletzt ein chinesischer Investor, der jahrelang keine Pacht mehr bezahlte, über ein Insolvenzverfahren aus dem Liftunternehmen verabschieden.

Fachleute für weitere Realisierung

Gegen die Zukunftspläne für Gaißau-Hintersee könnte es aber Einwände des Naturschutzes geben. Im Bereich des geplanten Speicherteiches seien auch schützenswerte Biotope, heißt es. Mit solchen Hürden hätten sie gerechnet, sagen die beiden Investoren, die das krisengeschüttelte und in der Bevölkerung beliebte Familien-Skigebiet vor dem Untergang retten wollen. Der Rechtsanwalt Berthold Lindner gehört zu den Betreibern: „Unsere Planungen sind genau darauf abgestimmt. Wir wollen bei Bauten dem schützenswerten Bereich ausweichen und zusätzlich für Ausgleichsmaßnahmen sorgen."

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In Gaißau-Hintersee (Tennengau/Flachgau) gehen die Vorbereitungen zur Rettung des Skigebietes weiter. Mittwoch haben Experten des Landes den Standort eines Speicherteiches für die geplante Kunstschnee-Anlage erkundet. Es gibt aber Bedenken wegen eines  Biotops. Der behördliche Naturschutz könnte eingreifen.
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Neben der Schirmbar in der Nähe der Sesselbahn-Talstation zum Gipfel des Wieserhörndl soll der Speicherteich entstehen. Skiabfahrt zur Talstation des Kurvenliftes im Vordergrund
In Gaißau-Hintersee (Tennengau/Flachgau) gehen die Vorbereitungen zur Rettung des Skigebietes weiter. Mittwoch haben Experten des Landes den Standort eines Speicherteiches für die geplante Kunstschnee-Anlage erkundet. Es gibt aber Bedenken wegen eines  Biotops. Der behördliche Naturschutz könnte eingreifen.
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Standort des geplanten Speicherteiches neben dem Kreuzungspunkt der Skiabfahrt mit einem Forstweg (links)
In Gaißau-Hintersee (Tennengau/Flachgau) gehen die Vorbereitungen zur Rettung des Skigebietes weiter. Mittwoch haben Experten des Landes den Standort eines Speicherteiches für die geplante Kunstschnee-Anlage erkundet. Es gibt aber Bedenken wegen eines  Biotops. Der behördliche Naturschutz könnte eingreifen.
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Talstation der Sesselbahn zum Wieserhörndl

Noch ist laut Behörden nichts fix

Der neue Speicherteich für die dringend benötigten Schneekanonen soll rund 150.000 Kubikmeter Wasser fassen. Der geplante Standort sei geologisch unbedenklich, sagen die für diesen Bereich zuständigen Experten des Landes. Auch die Fachleute der Wildbach- und Lawinenverbauung sehen keine Probleme. Theodor Steidl ist Leiter des Referates Wasserwirtschaft im Amt der Salzburger Landesregierung: „Die aktuelle Empfehlung ist, dass das Projekt weiter verfolgt werden kann. Es gibt aber auch ein Projektrisiko. Es steht nämlich noch nicht fest, ob dieser Teich wasser- und naturschutzrechtlich genehmigt werden kann. Das werden erst die weiteren Erhebungen zeigen."

Grüne dagegen

Noch im Sommer wollen die designierten Eigentümer die Pläne für den Speicherteich bei den Behörden zur Bewilligung einreichen, um das Skigebiet zu retten.

Die Salzburger Grünen sind vehement gegen das Projekt. Es widerspreche dem Naturschutz, liege in Zeiten der „Klimaerhitzung“ auf dieser Seehöhe viel zu tief und sei chancenlos: „Die Natur soll hier wieder hintangestellt, Tiere umgesiedelt und Pflanzen zerstört werden.“

Die Volkspartei, Koalitionspartner der Grünen auf Landes- und Bundesebene, ist vehement für das Projekt. Der Speicherteich werde so geplant, dass die Biotope geschützt seien, sagt Andreas Ploner, Bürgermeister von Krispl-Gaißau (ÖVP): „Zu allem Nein zu sagen, das ist keine Lösung. Die Betreiber haben viel Verständnis für Tiere und Pflanzen.“

Empfehlung für Speicherteich

Im Skigebiet Gaißau-Hintersee ist ein neuer Speicherteich geplant. Ob der dort überhaupt gebaut werden kann, hat eine Expertenrunde des Landes untersucht.