Zeller See
ORF
ORF
Tourismus

Pinzgauer Hotels hoffen auf deutsche Gäste

Viele Hotels in der Tourismusregion Zell am See – Kaprun (Pinzgau) setzen heuer vor allem auf den deutschsprachigen Gast. Normalerweise machen in Zell am See viele internationale Gäste Urlaub, die aber in den Sommermonaten ganz ausbleiben könnten.

Es war ein ungewohnt ruhiges Pfingstwochenende in Zell am See. Urlauber waren- im Vergleich zu den Vorjahren nur einige wenige unterwegs. Die Zellerin Hella Dorn sagt: „Wir alle hier leben vom Tourismus. Wir hoffen alle das Beste und dass es bald wieder anläuft“. Mancher Urlauber aus Österreich wundert sich an diesem Wochenende, wie ruhig es ist. Manfred Mair, ein Gast aus Tirol hat den Eindruck, dass manche Betriebe nicht aufsperren wollen.

Großer Gästemix als Nachteil

Auch das Grand Hotel im Ort öffnet erst Mitte Juni. Rund 90% der Gäste kommen aus aller Welt. Auch in vielen anderen Hotels übernachten weit mehr internationale als österreichische Gäste. In der Region zählen dazu vor allem Gäste aus Deutschland und aus dem arabischen Raum. Der große Gästemix erweist sich in dieser Situation als Nachteil, sagt Maximilian Posch vom Tourismusverband Zell am See: „Wir haben ca. 30 Prozent deutsche Gäste und 15 Prozent Österreicher. Bei allen anderen Märkten wird es uns wohl treffen“. Man hoffe sehr auf die deutschen Gäste und konzentriere die Werbemaßnahmen darauf.

Tauernspa
ORF
In den Thermen ist man froh über die deutsche Stammkundschaft

Trend: Sehr kurzfristige Buchung

Heuer dürften jene Betriebe profitieren, die von Haus aus mehr deutschsprachiger Gäste haben, so wie das Tauern Spa in Kaprun. Jeder zweite Gast kommt aus Deutschland. Wenn die Grenzen in zwei Wochen aufgehen, dürften wieder deutlich mehr Gäste kommen.
300 Gäste haben über Pfingstwochenende einen Kurzurlaub im Tauern Spa verbracht, viele von ihnen haben sehr kurzfristig gebucht. Dieser Buchungstrend könnte sich im Sommer fortsetzen. Die Gäste buchen erst kurz vor Urlaubsantritt, wenn die Rahmenbedingungen klar sind. Hotelierin Jessica Reitzer sagt: „Viele Gäste warten ab, bis die Grenzen wieder offen sind. Dann sind sie hoffentlich buchungswilliger“.

Provisionen sparen, direkt buchen

Seit Anfang April versuchen etliche Hoteliers die Buchungslaune der Österreicher mit der Buchungs-Plattform „My Platzerl“ anzuregen. 300 heimische Betriebe aus ganz Österreich sind dort verlinkt, die Gäste suchen auf der Plattform, buchen aber beim jeweiligen Hotel. Ziel sei es, die Wertschöpfung in Österreich zu erhöhen. Dadurch dass die Provisionen gespart werden, bleibt bei jeder Buchung mehr für die Unterkünfte, sagt der Gründer der Plattform, Matthias Leitner. Es sei dennoch unerlässlich, internationale Gäste weiterhin anzusprechen, weil es so viele Gästebetten in Österreich gibt.

Tourismus im Innergebirge

Normalerweise machen im Innergebirge auch viele internationale Gäste Urlaub, die aber in den Sommermonaten vielleicht ganz ausbleiben könnten.

Vergangenen Sommer sind in Zell am See und Kaprun rund 350.000 Ankünfte gezählt worden. Fast jeder dritte Urlauber kommt aus Deutschland. Mehr als ein Viertel der Urlauber aus dem arabischen Raum. Die Österreichischen Urlauber sind auf Platz drei.