Antrag für Kurzarbeit
APA/BARBARA GINDL
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Wirtschaft

22.000 in Kurzarbeit, auch bei Porsche Holding

Die Porsche Holding Salzburg (PHS) hat 6.400 Beschäftigte rückwirkend ab 1. März bis 31. Mai beim AMS für die „Corona“-Kurzarbeit angemeldet. Über mehr als 500 Salzburger Firmen sind nun ca. 22.000 Männer und Frauen in Kurzarbeit. Die Arbeiterkammer appelliert an alle Arbeitgeber: „Kurzarbeit statt Kündigungen!“

Bei der Porsche Holding wird betont, dass man die Fachkräfte unbedingt halten wolle. Dafür sei die Kurzarbeit ein sehr gutes Instrument: „Diese Maßnahme dient der nachhaltigen Stabilität und Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens“, sagt Hans Peter Schützinger, Sprecher der PHS-Geschäftsführung.

AK-Appell: „Kurzarbeit statt Kündigung!“

Die Kurzarbeit erfolge aufgrund der temporären Schließungen aller Händler- und Servicebetriebe, mit Ausnahme des Notfallservice. Betroffen seien die Geschäftsbereiche Einzelhandel und Großhandel sowie Teilbereiche der Porsche Bank und der Porsche Informatik. Von der „Corona“-Kurzarbeit ausgenommen sind die Unternehmensbereiche, die von den Händlerschließungen nicht betroffen sind – wie die Kernbankfunktionen und das Einlagengeschäft der Porsche Bank oder die IT-technische Grundversorgung der Porsche Informatik.

„Viele Klein- und Kleinstfirmen profitieren“

Laut Arbeiterkammer (AK) waren im Bundesland Salzburg mit Stand Mittwochmittag 14.500 Beschäftigte in Kurzarbeit. Diese Zahl beinhaltet noch nicht die Jobs bei der Porsche Holding. Unter den Betrieben, die von Kurzarbeit Gebrauch machen, seien auch rund 300 Salzburger Kleinstunternehmen mit fünf oder weniger Beschäftigten, so die Arbeiterkammer.

Den Sozialpartnern sei mit dem Modell der Kurzarbeit „ein großer Wurf“ gelungen, sagt Peter Eder, Präsident der Salzburger AK. Es gebe damit keine Gründe, die Mitarbeiter zu kündigen. Trotz der Vorteile sowohl für Firmen wie Beschäftigte würden immer noch unzählige Arbeitnehmer ohne Notwendigkeit in die Arbeitslosigkeit geschickt. Eder appelliert an die Betriebe, von dieser Praxis abzugehen.

„Modell auch für Lehrlinge“

Der AK-Präsident verweist auf die neu geschaffene Möglichkeit, dass auch Lehrlinge die Kurzarbeit nutzen können: „Dank einer raschen Anpassung durch die Sozialpartner bekommt der Lehrling weiterhin 100 Prozent seiner Lehrlingsentschädigung. Das Nettoentgelt wird dem Arbeitgeber in vollem Umfang refundiert.“

Info-Broschüre zum Herunterladen

Das Bundesministerium für Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend in Wien hat für alle Interessierten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) eine Informationsbroschüre zusammengestellt – mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum österreichischen Modell der Kurzarbeit:

Extra-Geld für harte Jobs in Supermärkten

Beschäftigte in Supermärkten werden derzeit von Arbeitgebern als „Helden“ gefeiert und mit zusätzlichen Prämien belohnt. Der Salzburger Handelskonzern Spar schüttet gut drei Mio. Euro an die durch die Hamsterkäufe besonders getroffenen Mitarbeiter aus. Auch bei Rewe (Billa, Merkur, Penny, Bipa) gibt es einen „Danke-Bonus“. Und Hofer zahlt ebenso extra – mehr dazu in salzburg.ORF.at (25.3.2020)

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