Chronik

Wieder mehr Bergtote in Salzburg

In Salzburg hat es wieder mehr tödliche Bergunfälle gegeben. 51 Menschen sind hier im Vorjahr ums Leben gekommen. 2018 waren es 36. Das teilen das Kuratorium für Alpine Sicherheit und die Alpinpolizei mit.

Die meisten Personen verunglückten im vergangenen Jahr beim Wandern bzw. Bergsteigen tödlich, gefolgt von Forstarbeiten und Skitouren. Österreichweit kamen 2019 insgesamt 304 Menschen bei Alpinunfällen ums Leben. Von diesen waren 46 Frauen und 258 Männer.

Fünf Mal mehr Männer tot als Frauen

Auch die Anzahl an Verletzten lag 2019 mit 7.724 über dem Zehnjahresmittel (7.503). Der Anteil der Unverletzten, die einen Notruf absetzen, hat in den vergangenen zehn Jahren signifikant zugenommen und machte 2019 rund ein Drittel aller Notrufe aus. Dazu gehören Personen, die mit den Begebenheiten einer Tour und den Verhältnissen überfordert sind oder sich selbst überschätzt haben und in der Folge in eine alpine Notlage geraten.

Rettungshubschrauber Notarzthubschrauber Heli Austria Flugrettung Hubschrauber Helikopter
Bergrettung Bischofshofen/Gerald Lehner
Bei vielen Unfällen kommen auch die Teams der schnellen Notarzthubschrauber privater Betreiberfirmen zu spät

Salzburg an zweiter Stelle der Totenstatistik

Im Bundesländervergleich war Tirol, wie in den Vorjahren, auch 2019 Spitzenreiter bei den Alpintoten mit 102. Gefolgt von Salzburg mit 51 Toten, der Steiermark mit 43, Kärnten mit 36, Vorarlberg mit 31 und Niederösterreich mit 14 Toten. Der Großteil der tödlich Verunglückten stammte gleich wie in den Vorjahren aus Österreich (178 Tote, bzw. 59 Prozent), gefolgt vom Nachbarland Deutschland mit 85 Toten (28 Prozent).

Die meisten Personen verunglückten im vergangenen Jahr beim Wandern bzw. Bergsteigen (107 Tote, 35 Prozent). Dahinter reihen sich mit 27 Toten die tödlichen Unfälle bei Forstarbeiten ein, gefolgt von den Skitouren mit 26 Toten. Der relativ hohe Anteil an tödlichen Forstunfällen im Jahr 2019 dürfte vermutlich auf die vielen Forsteinsätze und Aufräumarbeiten der Sturmschäden vom November 2018 sowie den Schnee- und Lawinenschäden des schneereichen Winters 2018/19 zurückzuführen sein, hieß es.

Die Alpinpolizei registrierte von 1. Jänner bis 31. Dezember 2019 insgesamt 101 Lawinenunfälle, bei denen 22 Personen starben. Acht davon waren Skitourengeher, neun Variantenfahrer, drei Wanderer bzw. Bergsteiger und je einen Toten gab es bei einem Forstunfall bzw. bei einer kombinierten Tour bzw. Hochtour.