Großangelegte Lawinen-Übung rund um den Preber im Lungau
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Chronik

Großlawinenübung rund um den Preber

Eine positive Bilanz ziehen Einsatzkräfte und Behörden nach einer großen Winteralpinübung im Lungau. Übungsannahme war, dass im Gebiet rund um den Preber in Tamsweg zwei Lawinen abgegangen waren, Menschen wurden vermisst, Hütten verschüttet.

272 Männer und Frauen vom Roten Kreuz, Bundesheer, Polizei, Feuerwehr, Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften aus Salzburg und der Steiermark übten im Preber-Gebiet. Das Szenario der Großübung gestaltete sich so, dass ein Auto verschüttet war, Schneeschuhwanderer wurden am Speikboden vermisst, die Langlaufloipe lag unter der Lawine begraben. Unter möglichst realistischen Bedingungen arbeiteten sich die Einsatzkräfte am Preber voran.

Zu Beginn war nicht klar, dass 20 Personen verletzt oder gar tot waren. Eine nervenaufreibende Situation, auch wenn es nur eine Übung war. „Die Chaosphase ist auch in einem richtigen Einsatz vorhanden, gerade am Beginn eines Einsatzes, bis alles läuft. Aufgrund der Größe des Gebietes ist diese Übung eine große Herausforderung, alles zu koordinieren“, sagte Alpinpolizist Rupert Hauer.

Bergrettung war Kommandogeber

Unter der Federführung der Bergrettung arbeiteten das Rote Kreuz, das Bundesheer, die Polizei, die Feuerwehr, Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften eng zusammen.

Lungau: Großlawinenübung rund um den Preber

Mit einer Winteralpinübung im Lungau haben Einsatzkräfte den Ernstfall trainiert: Im Gebiet rund um den Preber in Tamsweg gingen zwei Lawinen ab – so lautete das Szenario.

Neuer Digitalfunk im abgelegenen Gebiet getestet

Vier Hubschrauber des Bundesheeres und der Polizei brachten die Bergretter hinauf auf den Speikboden und die Verletzten hinunter ins Tal. Der neue Digitalfunk BOS wurde erstmals bei dieser Übung auch länderübergreifend mit der Steiermark getestet. Die Einsatzkräfte waren mit dem Funk zufrieden. „Der Funk funktioniert einwandfrei, besser als das alte System. Man kann dabei auf mehreren Kanälen gleichzeitig kommunizieren, das ist wichtig. Da gibt es kein Durcheinanderreden, wenn viele gleichzeitig etwas zu sagen haben“, sagt Markus Feichter, Bergretter aus St. Lambrecht in der Steiermark.

Großangelegte Lawinen-Übung rund um den Preber Lungau
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Insgesamt 272 Einsatzkräfte aus Salzburg und der Steiermark übten im Preber-Gebiet

Einsatzleitung zieht positive Bilanz nach Großübung

Die Bilanz der Übungsleiter fiel positiv aus: Großteils habe alles funktioniert, Details könnten immer noch verbessert werden, vor allem was die Funkdisziplin betrifft. „Es war eine Riesenübung, in dieser Dimension hatten wir es noch nie, der Lungau gemeinsam mit den angrenzenden Bezirken aus der Steiermark. Wir hoffen natürlich nicht, dass wir jemals so ein großes Schadensereignis haben“, sagte der Bezirkseinsatzleiter der Bergrettung Lungau, Hannes Kocher.

Einen Ernstfall in dieser Größenordnung wünscht sich niemand, es ist aber beruhigend zu wissen, dass die Einsatzkräfte vorbereitet und trainiert sind, und das auch länderübergreifend.