08.10.19 Militärübung gegen Cyber-Bedrohungen
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Chronik

Militärübung gegen Cyber-Bedrohungen

In der Schwarzenberg-Kaserne üben Soldaten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz derzeit gemeinsam, wie im Ernstfall über ein gemeinsames Netzwerk kommuniziert werden kann. Österreich hat dabei erstmals die Übungsleitung übernommen.

IT-Experten aus den drei Ländern arbeiten bei der Übung an einem digitalen Netzwerk, das die Kommunikation untereinander enorm erleichtern soll. Übungsannahme dabei ist eine internationale Konferenz am Bodensee. Dabei arbeiten drei Armeen zusammen, um die Konferenz zu schützen. Dafür müssen alle drei gleichzeitig die selben Informationen haben.

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Im Zentrum der Übung steht der internationale Austausch von Informationen im Ernstfall

Dies geschieht in einem gemeinsamen digitalen Netzwerk, schildert Übungsleiter Arnold Staudacher vom österreichischen Bundesheer. „Da müssen die drei Armeen in der Lage sein, die Informationen untereinander auszutauschen, sodass jede über das gleiche Lagebild verfügt. Das führt dazu, dass man solche Einsätze besser durchführen kann.“

„Austausch von Informationen muss geübt werden“

Lagebild heißt dann etwa, zu wissen, wo sich die Soldaten der einzelnen Einsatzorganisationen gerade befinden oder, wo Fahrzeuge unterwegs sind. Das Netzwerk – zum Beispiel Computer oder Telefone – soll zum einen autonom funktionieren, zum anderen auch in Kooperation mit den anderen Staaten, sagt Jens Möckel von der Schweizer Armee.

Panzer
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Militärische Bedrohung heißt heute nicht mehr nur Angriff mit schweren Waffen …

„Für Partner ist es zum Beispiel extrem wichtig, in Grenzgebieten zwischen den Ländern die Informationen austauschen zu können. Das muss man üben, denn so etwas gelingt nicht auf Anhieb, weil unterschiedliche Technologien eingesetzt werden.“

„Computerstörungen erkennen und beheben“

Genau das soll die Übung dann bringen – gemeinsame Prozesse in Zeiten, in denen die Cyberattacke den klassischen Panzerangriff ablöse, schildert Frank Rodenkirch von der deutschen Bundeswehr.

Cyber-Angriff
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… sondern zum Beispiel auch Cyber-Attacken

„Piff, paff, puff macht ein Computersystem nicht. Aber es bringt einen gewissen Service. Jeder von uns arbeitet heutzutage wie selbstverständlich mit Word, mit Excel, telefoniert oder geht ins Internet. Doch, was dahinter passiert, wie zum Beispiel Störungen zu erkennen und diese auch zu beheben, ist ein wesentlicher Fokus dieser Übung. Dabei fokussieren wir uns im militärischen Bereich auf das Monitoring und die Behebung solcher Störungen“, sagt Rodenkirch.

IT-und Telekom-Experten üben drei Wochen lang

„Wir sind momentan in der Entwicklungsphase, arbeiten dabei aber sehr gut mit den Deutschen und den Schweizern an forderster Front. Aber es muss natürlich noch viel passieren. Gemäß Strategiepapier 2030 sind die Maßnahmen ein wesentlicher Schritt, der aber auch entsprechende finanzielle Mittel erfordert“, ergänzt Übungsleiter Arnold Staudacher.

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Insgesamt drei Wochen lang üben die rund 200 IT- und Telekom-Experten in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg, in Bern und im bayerischen Dillingen.

Militärübung gegen Cyber-Bedrohungen

In der Schwarzenberg-Kaserne üben Soldaten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz derzeit gemeinsam, wie im Ernstfall über ein gemeinsames Netzwerk kommuniziert werden kann.