Chronik

Pensionist um 107.000 Euro betrogen

Von Mai bis September hat ein 74-jähriger Flachgauer laut Polizei insgesamt 107.000 Euro an eine vermeintliche Anlageplattform für Kryptowährungen im Internet überwiesen. Nach fünf Monaten kamen dem Pensionisten Zweifel an der Seriosität des Angebots, er erstattete Anzeige.

Über seinen Facebook-Account ist der Flachgauer heuer im Mai auf das Onlineangebot gestoßen und war von dessen vermeintlich extrem lukrativen Veranlagungsmöglichkeiten in Bitcoin besonders angetan. Auf seine E-Mail-Anfrage reagierte prompt eine angebliche Sachbearbeiterin mit einem Rückruf und ausführlichen Informationen. Der 74-Jährige übermittelte der Frau daraufhin seine persönlichen Kontakt- und Reisepassdaten und erlaubte ihr den Zugriff auf seinen Computer, „um effektiver arbeiten zu können“, wie die Polizei meldet. Auch als die Frau den Flachgauer bat, sein Konto für sie freizugeben und etwaige PIN- und TAN-Codes von der Bank an sie zu übermitteln, „um reibungslose Überweisungen zu gewährleisten“, wurde der Mann nicht misstrauisch.

Immer höhere Beträge von Konto abgebucht

Die „Veranlagungen“ begannen zunächst vereinbarungsgemäß mit Beträgen zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Nach kurzer Zeit steigerten sich die Beträge aber auf 5.000 bis 15.000 Euro, so dass der Flachgauer bis bis Anfang September bereits 97.000 Euro an die vermeintliche Anlageplattform überwiesen hatte.

Seine Beraterin hielt während der gesamten Zeit Kontakt via E-Mail, Nachrichten-Apps oder Telefonanrufen unter mehreren Telefonnummern aus verschiedenen Ländern. Als dem 74-Jährigen schließlich Zweifel an der Seriosität des Anbieters kamen, bat er um Rücküberweisung seiner bis dahin geleisteten Zahlungen und Auszahlung des vermeintlich erwirtschafteten Gewinnes.

Nach „Spesenzahlung“ keine Rücküberweisung erhalten

Laut seiner „Beraterin“ sollen bis dahin 260.000 US-Dollar Gewinn erwirtschaftet worden sein. Für dessen Auszahlung und die Rücküberweisung seines Kapitals wären jedoch 10.000 Euro Spesen und Bearbeitungsgebühren zu bezahlen, teilte ihm die Frau mit. Auch dieser Forderung kam der Flachgauer nach und gab die entsprechende Überweisung frei. Erst als er nach gut einem Monat des Wartens keine Rücküberweisung erhielt, erstatte der Pensionist bei der Polizei Anzeige. Von der vermeintlichen Anlageplattform im Internet fehlt laut Polizei inzwischen jede Spur.