Bergnot auf verschneitem Grat
In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein deutscher Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und blieb im Neuschnee stecken.
Bergrettung Bad Gastein
Bergrettung Bad Gastein
Chronik

Bergnot auf verschneitem Grat

In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und zur nächsten Hütte in Kärnten. Der Deutsche blieb im Neuschnee stecken.

Der 45-jährige Alpinist war Montag vom Valeriehaus in Sportgastein durch das Siglitztal zum 2.471 Meter hoch gelegenen Niedersachsenhaus aufgestiegen. Er übernachtete im nicht bewirtschafteten Winterraum der Schutzhütte. Diese hat schon seit einiger Zeit ihre Wintersperre.

Ausgesetzt und rutschig

Dienstagfrüh startete der Alleingänger in Richtung Schareckgipfel und Duisburger Hütte, die auf der Südseite des Massivs in Kärnten steht. Der lange Grat mit Vorgipfeln und teils steilem Wegverlauf ist an einigen Stellen ausgesetzt und bei diesen Bedingungen rutschig. Einige Passagen sind zum Festhalten mit Stahlseilen gesichert, die nun zugeschneit sind. Als der Bergsteiger am Vormittag im Neuschnee wegen Erschöpfung nicht mehr weiterkam, alarmierte er mit dem Mobiltelefon die Einsatzkräfte.

Fotostrecke mit 5 Bildern

Bergnot auf verschneitem Grat
In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein deutscher Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und blieb im Neuschnee stecken.
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Rückweg mit dem Geborgenen zum Niedersachsenhaus (hinten auf dem Grat)
Bergnot auf verschneitem Grat
In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein deutscher Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und blieb im Neuschnee stecken.
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EC 135 der Flugpolizei bringt Bergretter bis unter die Hütte
Bergnot auf verschneitem Grat
In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein deutscher Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und blieb im Neuschnee stecken.
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Wegverlauf in Richtung einiger Vorgipfel und Gipfelgrat
Bergnot auf verschneitem Grat
In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein deutscher Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und blieb im Neuschnee stecken.
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Rückweg zum Niedersachsenhaus
Bergnot auf verschneitem Grat
In den Hohen Tauern zwischen Bad Gastein (Pongau) und Rauris (Pinzgau) ist Dienstag ein deutscher Bergsteiger in Not geraten. Er wollte vom Niedersachsenhaus auf das 3.123 Meter hohe Schareck und blieb im Neuschnee stecken.
Bergrettung Bad Gastein

Teamwork mit Salzburger Polizeifliegern

Gerhard Kremser aus Bad Gastein ist Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau: "Die Besatzung des Polizeihubschraubers Libelle hat gut eine Stunde lang versucht, den Bergsteiger an Bord zu nehmen. Die Höhenwinde wurden aber immer stärker. Drei Bergretter und Ortsstellenleiter Roland Pfund wurden einzeln hinaufgeflogen. Sie mussten unterhalb des Niedersachsenhauses abgesetzt werden, weil der Wind zu turbulent war. Unser Einsatzleiter Andreas Mühlberger konnte den Mann auf dem Grat von der weiter nördlich gelegenen Bockhartseehütte mit dem Fernglas sehen.“

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Flugbild: Gerald Lehner
Niedersachsenhaus auf dem Grat am Bildrand links unten. Von hier zieht sich die Route auf dem langen Grat hufeisenförmig bis zum Schareck (ganz oben, etwas rechts der Bildmitte). Archivbild von Anfang März 2019 mit viel Neuschnee.

Hochtouren eher ungünstig

Die Gasteiner nahmen den Bergsteiger in Obhut und brachten ihn ins Tal. Er ist unverletzt und sei gut ausgerüstet. Zudem habe er den Eindruck vermittelt, dass er erfahren ist, so die Bergretter. Ortstellenleiter Pfund rät davon ab, derzeit solche Hochtouren in den Tauern zu unternehmen – so lange herbstliche Wärme den meisten Schnee nicht wieder schmelzen lässt.

Wettersturz mit viel Neuschnee

Auf dem Alpenhauptkamm und in den Nordalpen ist in der Nacht auf Montag der „Winter“ eingekehrt – auch in Salzburg mit Neuschnee bis auf 1.500 Meter Seehöhe herunter. Im Hochgebirge hat es viel geschneit – mehr dazu in salzburg.ORF.at (9.9.2019)