Schäden an der B166 nach Hochwasser
FF Abtenau
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Chronik

Brücke und Geld für Rußbach und Abtenau

Noch am Montag hat das Bundesheer zugesagt, einen Ersatz für die Neuhaus-Brücke in Rußbach am Pass Gschütt (Tennengau) zu bauen. Die ist ja in der Nacht auf Montag bei dem Unwetter von den Wassermassen weggerissen worden.

Seit Montagfrüh ist Rußbach von Salzburg aus nicht erreichbar. Das Pionierbataillon zwei aus der Schwarzenbergkaserne wird eine 40 Meter lange Stahlträgerbrücke errichten. Wenn die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, könne die Brücke in vier Tagen gebaut werden, sagt Major Werner Geosits vom Militärkommando Salzburg.

Hochwasser und Überschwemmungen in Rußbach am Pass Gschütt (Tennengau)
privat
Die Neuhausbrücke wurde von den Wassermaßen zerstört

Die Bundesregierung versprach bereits am Montagabend Geld für die betroffenen Gebiete aus dem Katastrophenfonds. Finanzminister Eudard Müller sagte, dass Wichtigste sei, dass die privaten Haushalte von den Schlammassen befreit werden können und die Infrastruktur wieder aufgebaut werden kann.

Große Schäden an Haushalten und Bundesstraße

Das Hochwasser in Rußbach und Abtenau (beide Tennengau) hat weit mehr an Schäden angerichtet, als am Montag abschätzbar war. Denn betroffen sind nicht nur zahlreiche Haushalte. Besonders stark betroffen ist auch die B166, Pass Gschütt Bundesstraße. Dort wurde nicht nur eine Brücke weggerissen, auch die Straße ist teilweise nicht mehr vorhanden.

Aufräumarbeiten in Russbach nach Hochwasser
A. Klement/ORF
Dutzende Keller müssen ausgepumpt und gereinigt werden, wie etwa hier in Abtenau

Fahrbahn unterspült

Mit Hilfe der Bundesheer-Pioniere sollte es aber innerhalb der nächsten Tagen gelingen, die Behelfsbrücke zu bauen, über die zumindest ein einspuriger Pkw-Verkehr möglich wäre. Allerdings kommen die Autos erst gar nicht dorthin. Denn die Fahrbahn etwa 200 Meter vor der Brücke ist weg. Sie wurde unterspült, die Fahrbahndecke ist meterweit eingestürzt und wurde von den Wassermassen weggespült.

Dienstagnachmittag rückten die Pioniere des Bundesheeres an, um eine sogenannte Faltstraße zu errichten, damit sie ihr schweres Brückenbaugerät zum Einsatzort bringen können. In Mitleidenschaft gezogen wurde aber nicht nur die Straße. Ebenfalls Dienstagvormittag begannen Mitarbeiter der Salzburg AG damit, zerstörte Stromkabel zu erneuern und weggespülte Masten zu ersetzen. Außerdem muss ein zerstörtes Glasfaserkabel ersetzt werden.

Straße für mehrere Wochen unpassierbar

Vor allem die Pass Gschütt Straße ist schwer in Mitleidenschaft gezogen, sie wird für mehrere Wochen unpassierbar bleiben.

Land warnt vor Umfahrung der Straßensperre

Immer wieder versuchen Autofahrer, die gesperrte Straße zwischen Rußbach und Abtenau auf abenteuerlichen Wegen zu umfahren. „Viele versuchen über einen Forstweg auszuweichen. Dieser ist aber stark beschädigt, das Befahren ist unmöglich“, teilte der Katastrophenschutzreferent des Bezirks, Philipp Kogler, am Dienstagnachmittag mit. „Leider rücken viele das Sperrgitter auf die Seite und versuchen es trotzdem. Davon raten wir dringend ab.“

Bundesheer-Assistenzeinsatz
Bundesheer/wolfgang Riedlsberger
Dienstagnachmittag rückten die Pioniere des Bundesheeres an, um eine sogenannte Faltstraße zu errichten, damit sie ihr schweres Brückenbaugerät zum Einsatzort bringen können

Gefährliches Schwemmgut

Die Unwetter haben nicht nur Bäume und Gegenstände, die nicht niet- und nagelfest sind, in die Flüsse und Bäche geschwemmt. In der Salzach im Pongau ist am Dienstag lebensgefährliches Schwemmgut gesichtet worden. Die Feuerwehr Schwarzach (Pongau) hat eine Gasflasche aus dem reißenden, hochwasserführenden Fluss geborgen. Ein aufmerksamer Autofahrer sah die blaue Gasflasche in der hochwasserführenden Salzach treiben, er verständigte über Notruf die Polizei.

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Hochwasser spült Gasflasche an
FF Schwarzach
Die Feuerwehr Schwarzach (Pongau) hat eine Gasflasche aus dem reißenden, hochwasserführenden Fluss geborgen
Hochwasser spült Gasflasche an
FF Schwarzach
Ein aufmerksamer Autofahrer sah die blaue Gasflasche in der hochwasserführenden Salzach treiben, er verständigte über Notruf die Polizei
Hochwasser spült Gasflasche an
FF Schwarzach
Die Gasflasche wurde von einer Fachfirma entsorgt.

Gasflasche ans Ufer gespült

Die B311, die Pinzgauer Straße, wurde gesperrt, das gefährliche Schwemmgut wurde schließlich ans Ufer gespült, schlug an einem Stein auf und blieb hängen. Freiwillige der Feuerwehr Schwarzach konnten die Propangasflasche sorgfältig im Bereich zwischen Mauthtunnel und Schönbergtunnel bergen, sie war nicht leer und wog elf Kilogramm.

Welchen Weg das hochentzündliche Treibgut zurückgelegt hat, ist unklar, der Gasbehälter könnte aus dem Gasteinertal oder der Gegend um Rauris stammen. Die Gasflasche wurde von einer Fachfirma entsorgt.