Maikäfer-Larven
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Landwirtschaft

Maikäfer-Larven machen Bauern zu schaffen

Viele Salzburger Bauern sind derzeit mit einer massiven Maikäferlarven-Plage konfrontiert. Die Engerlinge im Boden fressen die Wurzeln von Gräsern und Kräutern, Grünfutter wird knapp. Besonders betroffen sind Landwirte in Lamprechtshausen, Unken, Pfarrwerfen und Strobl.

Das trockene Wetter der vergangenen Wochen und des Jahres 2018 ist für den Maikäfer perfekt, um sich zu vermehren und die Larven in den trockenen Feldern abzulegen. Die fingergroßen weißen Engerlinge wachsen tief in der Erde heran und bleiben lange Zeit unbemerkt. Erst nach drei bis vier Jahren sind die Fraßschäden durch die Tiere zu sehen.

Maikäfer-Larven
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Erst nach einigen Jahren sind die Schäden durch die gefräßigen Maikäfer-Larven zu sehen

Die Heuernte heuer falle mager aus, beklagt der Landwirt Johann Eisl aus Strobl (Flachgau). „Schon beim ersten Schnitt hatten wir nur die Hälfte der sonst üblichen Menge. Der zweite Schnitt ist überhaupt total ausgefallen. Ich musste deshalb schon Kühe verkaufen. Vier Kühe geben keine Milch mehr, weil sie keine ordentliches Futter mehr haben. Ich bin seit 30 Jahren Bauer, aber an so etwas kann ich mich nicht erinnern. Und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Eisl.

Landwirt musste schon sechs von 16 Kühen verkaufen

Sechs seiner insgesamt 16 Kühe hat Johann Eisl bereits verkauft. Wegen der zuletzt guten Lebensbedingungen hat sich das Areal der Maikäfer immer weiter ausgebreitet. Strobl sei eine jener Gemeinden, die von der Plage besonders stark betroffen sind, sagt Johann Eisl. „Wenn in letzter Zeit das Wetter schlecht war, dann hat es bis St.Gilgen oder Abersee geregnet. Aber bei uns in Strobl hat es fast nichts mehr geregnet.“

Um die Maikäfer-Larven los zu werden, müssen sie aufwendig aus dem Boden geholt werden – und zwar mit Spezial-Maschinen und Pilzgersten, schildert Elisabeth Neudorfer, Bodenschutz-Beraterin bei der Salzburger Landwirschaftskammer. „Man muss den Boden dann mit schlagenden und quetschenden Werkzeugen bearbeiten, durch die der Käfer geschädigt wird. Das zweite Verfahren ist biologischer Natur. Da gibt es artspezifische Pilze, wo man zunächst feststellen muss, um welche Engerlinge es sich handelt, damit man sagen kann, welchen Bodenpilz man dagegen einsetzen kann.“

Aufwendige Schädlingsbekämpfung und Ernteausfälle

Neben den Kosten für die Schädlingsbekämpfung kommen auf die Bauern auch noch finanzielle Einbußen – etwa durch Ernte-Ausfälle – hinzu. Betroffene sprechen von etlichen Tausend Euro Schaden. Hier werde den Bauern aber Unterstützung geboten, ergänzt Bodenschutz-Expertin Elisabeth Neudorfer. „Hier bietet das Land Salzburg bereits seit dem Jahr 2003 eine Förderung an. Es ist allerdings ein relativ kleiner Beitrag im Vergleich zu den tatsächlichen Kosten, die den Bauern bei so etwas meist erwachsen.“

Bauern bekämpfen Plage durch Maikäfer-Larven
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Die Bekämpfung der Schädlinge ist für die Bauern mühsam und teuer

Einen vorbeugenden Schutz gegen die Engerling-Plage gibt es nicht. Den Bauern bleibt nichts anderes übrig, als ihre Felder händisch abzusuchen. Wenn Engerlinge auftauchen, müssen sie rasch handeln. In Extremfällen vermehren sich die Schädlinge auf bis zu 500 Käfer pro Quadratmeter.

Maikäfer-Larven machen Bauern zu schaffen

Viele Salzburger Bauern sind derzeit mit einer massiven Maikäferlarven-Plage konfrontiert. Die Engerlinge im Boden fressen die Wurzeln von Gräsern und Kräutern. Als Folge davon wird Grünfutter knapp.