Die Eigentümer von Gut Guggental würden den Großbrand der Brauerei vor einem Jahr jetzt ausnutzen, um dort Wohnungen zu bauen, kritisiert der Vorstand des 600 Mitglieder starken Vereines „Initiative Denkmalschutz“, Markus Landerer.
„Wir sind entsetzt, dass es ein Denkmalschutzgesetz gibt, das einen Abriss so leicht ermöglicht. Und dass es nach einem Brand so leicht möglich ist, dass man danach die Abbruchbewilligung bekommt“, so Landerer.

Parteistellung für Denkmalschutz in Verfahren gefordert
Landerer will deswegen das Denkmalschutzgesetz ändern lassen und künftig Nichtregierungsorganisationen eine Parteistellung in Denkmalschutzverfahren einräumen. Öffentliche Interessen – wie der Erhalt historischer Bausubstanz – würden so stärker vertreten.
Auch der Salzburger Naturschutzbund schließt sich dieser Forderung an, sagt dessen Geschäftsführer Hannes Augustin. Bereits im Herbst hat er die Aufhebung des Denkmalschutzes von Gut Guggenthal schon beeinsprucht. Auf dem Gelände am Fuße des Gaisbergs haben laut den Naturschützern unter anderem seltene Fledermäuse gelebt.
Denkmalschutz schon im November aufgehoben
Bereits im vergangenen November hatte die Leiterin des Denkmalschutzes, Eva Hody, den Denkmalschutz für das Gut aufgehoben. Das Gebäude war laut Hody bei dem Großbrand im Juni 2018 zu stark beschädigt worden.
Die Eigentümer des Gebäudes hatten beim Bundesdenkmalamt einen Antrag gestellt, dass der Denkmalschutz aufgehoben werden soll. Diesem Antrag wurde schließlich vom Bundesdenkmalamt stattgegeben. Die Statik des Gebäudes sei schwer beschädigt und große Teile des Gebäudes zerstört, ließ Hody damals wissen.