Spurensicherung am Tatort in Salzburg-Lehen
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Chronik

Nach tödlichen Schüssen Waffe gefunden

Nach den tödlichen Schüssen von vergangener Woche in Salzburg-Lehen hat jetzt ein Passant nahe des Tatorts eine Pistole gefunden. Die Polizei prüft derzeit, ob es sich dabei um jene Waffe handelt, die bei der Bluttat verwendet wurde.

Die Faustfeuerwaffe der Marke Glock, mit Kaliber neun Millimeter, wird jetzt auf Spuren untersucht. Ein Passant hat sie bereits am Wochenende gefunden und, wie am Mittwoch bekannt wurde, der Polizei übergeben, sagte Polizeisprecherin Nina Laubichler. Die Waffe wird nun vom Bundeskriminalamt untersucht, um mögliche Spuren des Täters sicherzustellen. Außerdem werde ein Beschusstest durchgeführt. Die Projektile dieses Test werden dann mit jenen vom Tatort verglichen. „So kann festgestellt werden, ob es sich um die Tatwaffe handelt“, sagte Laubichler.

Mit einem Untersuchungsergebnis sei Anfang bis Mitte kommender Woche zu rechnen. Laut den am Tatort gefundenen Patronenhülsen wurde bei dem Verbrechen Neun-Milimeter Parabellum-Munition verwendet. Ob sich auf der Pistole eine Seriennummer befindet, konnte die Sprecherin nicht sagen. Mit dieser Nummer könnte der rechtmäßige Eigentümer eruiert werden. Häufig würde die Nummer bei illegal erworbenen Waffen aber weggefeilt, sagte Laubichler. Es seien zudem bereits zahlreiche Hinweise eingegangen, die nun alle überprüft werden. Die Auswertung der am Tatort sichergestellten Spuren sei aber noch nicht abgeschlossen.

Tatort in der Ignaz-Harrer-Straße in Salzburg-Lehen
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Einsatzkräfte am Tatort in der Ignaz-Harrer-Straße in Salzburg-Lehen

Bisheriger bekannter Ermittlungsstand der Polizei

Zu der tödlichen Auseinandersetzung war es am späten Abend des 4. Juni gekommen. Ein 24-jähriger Bosnier saß zu diesem Zeitpunkt in einem Schanigarten an der Ignaz-Harrer-Straße und soll die Geburt seines Kindes gefeiert haben. Laut Zeugen war er alkoholisiert, weshalb ihn ein Unbekannter beleidigt und danach geohrfeigt haben soll. Der Bosnier holte darauf seinen 46-jährigen Vater zu Hilfe, der sich ebenfalls als Gast in dem Lokal aufhielt. Als die beiden Bosnier vor die Bar traten, zog der Täter laut Zeugen eine schwarze Pistole aus der Bauchtasche und gab einen Schuss in Richtung des Sohnes und einen in Richtung des Vaters ab. Der 46-Jährige wurde dabei tödlich am Oberkörper getroffen, der Sohn erlitt einen Oberschenkeldurchschuss.

Phantombild des mutmaßlichen Todesschützen
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Phantombild des Tatverdächtigen

Personenbeschreibung und Phantombild

Beim Täter soll es sich um einen Mann südländischen Typs handeln, der um die 30 Jahre alt ist und vermutlich albanisch spricht. Er soll rund 1,80 bis 1,85 Meter groß und von kräftiger Statur sein und trug zur Tatzeit einen kurzen Vollbart und hatte schwarze Kopfhaare, die seitlich rasiert waren. Bekleidet war der Mann mit einem weiß-blau karierten Hemd, einem darunter liegenden schwarzen T-Shirt und einer schwarzen Bauchtasche, in der er die Tatwaffe bei sich trug. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Mordes und Mordversuchs.