Weidegänse: Nachfrage viel größer als Angebot

Konsumenten legen immer mehr Wert auf artgerechte Tierhaltung und wollen zu Martini deshalb eine Bio-Weidegans aus heimischer Haltung. Doch zumindest in Salzburg ist die Nachfrage hier wesentlich größer als das Angebot.

Zwölf Betriebe im Bundesland Salzburg halten insgesamt 1.200 Bio-Weidegänse. Doch es könnten wesentlich mehr sein, die Nachfrage kann bei Weitem nicht gedeckt werden.

„Es gibt immer mehr Leute, die bewusst essen und bewusst einkaufen“, sagt Markus Danner vom Projekt Weidegans von Bio Austria. „Und wenn man sich einmal im Jahr eine Gans gönnt, dann will man auch ein entsprechendes Qualitätsprodukt. Bei einer Weidegans ist es so, dass man die sich gönnt. Und bei einer Massenware - schlimmstenfalls aus der Stopfleberproduktion - gönnt man sich nichts, sondern tut sich etwas an, wenn man das isst. Bei der Stopfleberproduktion ist der Vogel rund um die Leber herum praktisch ein Abfallprodukt. Und das wird dann zum Spottpreis auf den Markt geworden.“

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Große Nachfrage nach Bio-Weidegänsen

Immer mehr Salzburger wollen zu Martini eine Bio-Weidegans. Die Nachfrage übersteigt das Angebot im Land bei Weitem.

Strenge Regeln für die Zucht

Gänse aus Intensiv-Mastbetrieben in Ungarn oder Polen kosten zwei bis drei Euro pro Kilo. Die heimischen Weidegänse sind um ein Vielfaches teurer - nämlich bis zu 18 Euro pro Kilo. Doch Geschmack und Fleischqualität der Weidegänse seien diesen Preis allemal wert, ist Ulrike Gangl, Obfrau von „Bio-Weidegans“ überzeugt: „Es ist ein langsam wachsendes Fleisch. Bei uns werden die Gänse über ein halbes Jahr alt, bis sie geschlachtet werden. Dadurch ist es besonders feinfasrig und zart. Und durch den täglichen Weidegang ist das ein feinmuskeliges Fleisch und man hat beim Braten weniger Bratverlust.“

Die Zucht der Weidegänse ist streng reglementiert. Die Gössl - so nennt man die Gänseküken - müssen aus Österreich stammen. Es darf nur heimisches Futter verwendet werden. Auf der Weide sind maximal 100 Gänse pro Hektar zugelassen. Dennoch entscheiden sich immer mehr Betriebe, Weidegänse zu halten, sagt Johanna Klimmer: „Wir wollen schon, das die Leute Fleisch von Tieren bekommen, die’s gut bei uns am Hof gehabt haben“, sagt Johanna Klimmer aus Berndorf (Flachgau), eine der Bio-Weideganszüchterinnen.

In den Genuss einer heimischen Weidegans kommt allerdings nur, wer vorbestellt hat. Denn - wie gesagt - die Nachfrage ist viel größer als das Angebot.

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