Kunstdiebstahl: Jesuskind aus Holz wird zurückgegeben

Familienzusammenführung betreibt das Bergbaumuseum Leogang (Pinzgau). Dort wurde ein hölzernes Jesuskind von 1626 als Diebesgut enttarnt. Nun kehrt es bald in die Arme einer Marienfigur im Tiroler Oberland zurück, wo es einst gestohlen wurde.

Jesuskind aus der Spätgotik, ursprünglich aus der Pfarrkirche Pfunds im Tiroler Oberland.

Bergbaumuseum Leogang

Jesuskind von 1626 aus Lindenholz von Hans Patsch aus Nauders, Statue aus der Pfarrkirche Pfunds im Tiroler Oberland

Möglich macht das die spontane Reaktion der Eigentümerin Elisabeth Leopold. Das Jesuskind stammt aus der Gotiksammlung des mittlerweile verstorbenen Wiener Augenarztes Rudolf Leopold, der eigentlich als Sammler moderner Kunst bekannt ist.

Mit der Schau im Leoganger Bergbaumuseum rücken erstmals die gotischen Kunstwerke seiner Sammlung ins Licht der Öffentlichkeit.

„Mitarbeiter hat Stück sofort erkannt“

Hermann Mayrhofer, Kustos des Bergbaumuseums, erinnert sich an die Sichtung der Exponate für die Ausstellung: „Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Albrecht Miller hat dieses Kind spontan erkannt. Es ist ein Werk von Hans Patsch aus dem Jahr 1626 in Tirol.“

Miller ist führender Gotik-Experte und war als Berater in der Tiroler Pfarre Pfunds tätig - als es um die Restaurierung wertvoller Figuren ging, darunter der gotischen Madonna mit Kind.

Odyssee nach Diebstahl

Hermann Mayrhofer aus Leogang schildert die folgende Odyssee des Jesuskindes: „Vor Jahren wurde es in Pfunds dann gestohlen. Professor Leopold hat es erst vor vier Jahren im Wiener Kunsthandel erworben. Da schrieb man es einem ganz anderen Künstler zu. Wir haben nun mit Frau Dr. Leopold gesprochen. Und die hat ganz spontan reagiert. Obwohl sie die rechtmäßige Eigentümerin ist, hat sie gesagt: Dann soll das Kind zurückkommen zur Mutter nach Pfunds.“

Jesuskind aus der Spätgotik, ursprünglich aus der Pfarrkirche Pfunds im Tiroler Oberland.

Bergbaumuseum Leogang

Mehr zum Thema:

Gestohlenes Jesuskind kehrt heim
(tirol.ORF.at; 9.10.2011)

Bis Ende Oktober ist die Sonderausstellung mit der Gotik-Sammlung von Rudolf Leopold im Leogang Bergbaumuseum noch geöffnet.

Dann soll das Jesuskind nach jahrelanger Abwesenheit in die Pfarrkirche nach Tirol zurückkehren.

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