Kritik an Wirten: Getränke immer teurer

Getränke in Wirtshäusern und Restaurants in Stadt und Land Salzburg werden immer teurer - weit über der Inflationsrate. Das kritisiert die Arbeiterkammer (AK) nach einer aktuellen Preisuntersuchung. Betroffen seien so gut wie alle Getränkegruppen.

Bei 3,4 Prozent liegt die Inflation, um 4,2 Prozent werden die Getränke regelmäßig teurer, kritisiert die AK Salzburg. Gastronomen würden mit immer neuen Aufschlägen auf Leitungswasser, Limonaden, alkoholische Getränke und Kaffee ihr Einkommen weit stärker aufbessern, als es fair und ausgewogen wäre.

Kellnerin trägt Bier auf Tablett.

APA / Herbert Neubauer

„Man bedient sich“, heißt es dazu in der Zusammenfassung der AK wörtlich. Am stärksten betroffen ist Mineralwasser, das im Vergleich zum Vorjahr rund sechseinhalb Prozent teurer wurde.

Nur bei Kaffee im Bereich der Inflation

Fast gleich stark wie beim Mineralwasser ist die Steigerung bei Softgetränken wie Fanta, Cola oder Sprite - nämlich um 6,44 Prozent. Deutlich über dem Verbraucherpreisindex von 3,4 Prozent liegen auch Früchtetee (4,86 Prozent mehr), Wein gespritzt (4,49 Prozent mehr) und Apfelsaft (4,25 Prozent mehr). Bier, Weizenbier und Radler wurden im Schnitt um 4 Prozent teurer. „Hier schlägt sich die Bierpreiserhöhung nieder, die im Herbst 2010 von den Brauereien angekündigt wurde“, sagt Konsumentenschützer Stefan Göweil.

Die Teuerung liegt nur beim Kaffee im Bereich der Inflation: So wurde der Cappuccino um 3,07 und der Verlängerte um 3,88 Prozent teurer.

Leitungswasser zusätzlich kein Thema

Dass ein Glas Leitungswasser zusätzlich zu Kaffee oder Rotwein extra zu bezahlen ist, sei dagegen mittlerweile kein Thema mehr, beobachtet Göweil. Hier wurde überall gratis dazu serviert.

Wer Leitungswasser als einziges Getränk bestellt, musste in fünf der 30 getesteten Lokale bezahlen. Aber auch hier war der Preis (20 bis 50 Cent) ordnungsgemäß in der Speisekarte angeführt.

25 Prozent Steigerung seit 2005

Die Arbeiterkammer verglich für ihre Untersuchung mehr als 460 Preise bei 30 heimischen Gastronomen in Stadt und Land Salzburg. Im langjährigen Vergleich zeigt sich: Seit Mitte der 2000er Jahre sind die Getränkepreise in der Salzburger Gastronomie um mindestens ein Viertel gestiegen.

Wirte: Haben Preiserhöhungen weitergegeben

Vertreter der Wirte wehren sich gegen die AK-Kritik. Im vergangenen Herbst habe es eine Bierpreiserhöhung der Brauereien gegeben, sagte Maximilian Nöhammer von der Wirtschaftskammer: „Dass diese Steigerung eins zu eins auf den Endpreis umgelegt wird, ist völlig normal.“ Auch bei den alkoholfreien Getränken seien die Erhöhungen durchaus nachvollziehbar und liefen parallel zu den gestiegenen Einkaufspreisen.

Nöhammer stört auch die geringe Zahl der untersuchten Betriebe: Von 4.000 Gastronomiebetrieben im Land Salzburg habe die AK nur 30 genauer unter die Lupe genommen.

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