Unterricht für Asylwerber in Tourismusschule

In der Tourismusschule Bischofshofen (Pongau) werden seit zwei Wochen 20 Asylwerber aus Syrien, Afghanistan und dem Irak unterrichtet. Sie wählten Gastronomie als Schwerpunkt - und bekochten zum Start gleich ihre Schulkollegen.

Kochen verbindet: Unter diesem Motto übernahmen die 20 Asylwerber für einen Tag die Schulküche. Am Speiseplan stand ein Drei-Gänge-Menü aus dem arabischen Raum: „Wir waren aufgeregt“, schilderte der 23-jährige Fatih Borghl aus Syrien. „Das ist unser erstes Mal, dass wir so etwas in Österreich machen dürfen. Wir haben uns alle bemüht - und das Essen ist gut geworden.“

Asylwerber in Küche der Tourismusschule Bischofshofen
ORF
In der Tourismusschule Bischofshofen werden 20 Asylwerber aus Syrien, dem Irak und Afghanistan unterrichtet

Unterricht in Deutsch und Englisch

Seit zwei Wochen werden die 20 Asylwerber in einer Sonderklasse in Bischofshofen unterrichtet. Die Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch: „Ich bin hier seit einem Monat. Jetzt lernen wir Deutsch, Mathematik und Kochen“, erzählte der 21-jährige Majid Dabel aus Syrien.

Alle 20 Asylwerber wählten den Gastronomie-Schwerpunkt. Zwei bis drei Mal jede Woche stehen sie in der Lehrküche, betont Kochlehrerin Birgit Höllbacher: „Da habe ich ihnen das Zwiebelschneiden beigebracht - und die ganze Zeit reden die von ‚Bussal, Bussal‘. Ich habe mich gefragt, was das heißt - bis ich draufgekommen bin, dass auf Syrisch ‚Bussal‘ Zwiebel heißt. Und dann habe ich ihnen einmal gezeigt, was bei uns ‚Bussal‘ heißt.“

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Unterricht für Asylwerber

Seit zwei Wochen werden in der Tourismusschule Bischofshofen 20 Asylwerber in einer eigenen Klasse unterrichtet.

Vorbereitungsjahr für weitere Ausbildung

Die Schüler sind zwischen 17 und 25 Jahre alt. Die meisten studierten in ihrer Heimat. In Bischofshofen wartet jetzt ein Schuljahr mit Fächern wie Geographie, Mathematik oder Geschichte auf sie. Dann sollen sie den Umstieg in eine Berufsausbildung oder eine berufsbildende höhere Schule schaffen.

„Wir haben heuer einen Raum frei gehabt und eine Reihe von Junglehrern, die nicht voll beschäftigt werden konnten“, sagt Tourismusschuldirektorin Andrea Kriesmayr. „Die können wir jetzt im Zuge dieses Projekts beschäftigen.“ Finanziert wird die Asylwerberausbildung von der Wirtschafskammer und vom Unterrichtsministerium.

Link: