Wohnbauförderung als internationales Vorbild

Die Wohnbauförderung des Landes Salzburg macht Schule - bundesweit und international: Nachdem bereits mehrere Bundesländer Interesse an diesem Modell des Wohnbaufonds geäußert haben, wird es Ende Juni in Brüssel bei der EU vorgestellt.

Baustelle
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Salzburgs Wohnbau-Landesrat Walter Blachfellner (SPÖ) präsentiert das Modell in Brüssel den EU-Entscheidungsträgern für die Vergabe von Strukturförderungen vorstellen: „Wir halten das für richtungsweisend“, sagt dazu Barbara Steenbergen, Leiterin des EU-Verbindungsbüros der Internationalen Mieterunion.

Was kann nun dieses Modell: Seit 2006 müssen Bauträger bzw. förderwürdige Wohnungswerber das Kapital nicht mehr bei Banken beschaffen, sondern erhalten ein Darlehen aus dem Wohnbaufonds des Landes. Da das Land Geld zu Konditionen erhält, die keine Bank anbieten kann - „zuletzt um 1,5 Prozent bei 30 Jahren Laufzeit“, so Blachfellner - kann Wohnraum billiger erworben oder gemietet werden.

Große Ersparnis, auch Land hat Vorteile

Bei einer 90-Quadratmeter-Eigentumswohnung erspare man sich damit in 30 Jahren 42.000 Euro Zinsen, bei einer 70-Quadratmeter-Mietwohnung würde sich die Monatsmiete um 350 Euro reduzieren, rechnete der Landesrat vor.

Aber auch das Land selbst hat Vorteile: Der Fonds wird sich nämlich nach rund 15 Jahren von selbst finanzieren. 1,5 Mrd. Euro hat das Land seit Beginn des Modells 2006 fremdfinanziert ausgeschüttet, durch die jährlichen Rückflüsse hätten sich die Verbindlichkeiten inzwischen auf 700 Millionen mehr als halbiert. Außerdem werde dadurch der geförderte Wohnbau belebt: Im Land Salzburg betrage das jährliche Volumen 280 Mio. Euro, im etwa gleich großen Kärnten hingegen nur 60 Mio. Euro. Steenbergen sprach von einem „Best-Practice-Modell für Europa“, das neben dem sozialen Effekt auch als Jobmotor Wirkung zeige.

Bundesweit immer mehr Interessenten

In Österreich interessieren sich nach Angaben des Salzburger Wohnbaureferenten die Länder Steiermark und Wien für das Modell. Tirol wolle es voraussichtlich 2013/14 realisieren, und auch der Kärntner Wohnbau-Landesrat Christian Ragger (FPK) hat die Ohren gespitzt: Er wird mit Blachfellner vermutlich noch vor dem Sommer besprechen, wie das Modell auf sein Bundesland umgelegt werden könne.

Umgekehrt will aber auch Salzburg in Kärnten „abschreiben“. Dort vergibt das Land Förderungen, wenn bestehende Gebäude in Ortskernen revitalisiert und wieder bewohnbar gemacht werden, so Ragger. Denn in den Zentren sei die komplette Infrastruktur schon vorhanden, daher werde kein neuer Verkehr erzeugt, ergänzte Blachfellner.

Salzburg wird 2013 mit drei Pilotprojekten in den Gebirgsgauen starten.