Smaragde aus dem Habachtal

Wer das Habachtal im Salzburger Oberpinzgau besucht, der könnte als armer Mann hinein gehen, als reicher Mann wieder herauskommen. Bis heute werden in einem der schönsten Nationalparktäler Österreichs Smaragde gefunden.

Diese Edelsteine aus dem Habachtal haben einen ganz speziellen Zauber und finden sich deshalb in den Kronkammern vieler europäischer Herrscherhäuser.

Smaragde

Wildkogel Arena/Museum Bramberg

Leuchtend grüne Smaragde

In der Monstranz des Domes zu Salzburg sind gleich 24 von ihnen verarbeitet, bei den Kaiserlichen Kroninsignien in Wien sind sie als Große Tafelsteine zu sehen und auch die Queen in England nennt einen der grünen Steine aus dem Habachtal ihr Eigen – 42 Karat hat dieser Smaragd, der im Londoner Tower aufbewahrt wird.

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 25.9.2017

Leuchtendes Grün

Das Grün der Habachtaler Smaragde ist intensiver als jenes der Steine aus Afrika oder Südamerika, vielleicht oder gerade deshalb waren und sind die Steine aus den Hohen Tauern hochgeschätzt. Und wohl auch deshalb, weil es in ganz Europa nur an zwei Plätzen Smaragde gibt: in Norwegen und eben hier, im Oberpinzgau.

Bereits die Römer sollen davon gewusst haben, der Legende nach besaß Kaiser Nero einen, zu einem Monokel geschliffenen Habachtaler Smaragd. Der grüne Stein lockte Geschäftsleute aus aller Welt in den Oberpinzgau. Die Schürfrechte wurden unter anderem von Prinzessin Anna di Medici gehalten. Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann die Emerald Mines Ltd. nach Bramberg und so die Queen zu ihrem Smaragd aus dem Habachtal.

Smaragdsuche im Habachtal

Wildkogel Arena/Reinhart

Smaragdsuche im Pinzgauer Habachtal

Smaragdsuche für Hobby-Mineraliensammler

Der kommerzielle Smaragdabbau kam 1939 zum Erliegen, bis heute aber lockt das Habachtal Hobby-Mineraliensammler aus aller Herren Länder, die sich im Schotterbereich des Leckbaches mit ihren Pfannen treffen und mit ein wenig Geduld und Glück auch tatsächlich heute noch Smaragde finden.

Die Siebe kann man sich auch ausleihen und vor allem für Kinder und Jugendliche ist die Jagd nach den grünen Steinen Abenteuer und Spaß zugleich.

Smaragd-Madonna

Wildkogel Arena

Smaragd-Madonna

Smaragd-Madonna im Museum

Wer ganz sicher gehen will, dass er die funkelnden grünen Steine auch wirklich zu Gesicht bekommt, der sollte das Museum im Ort Bramberg am Wildkogel besuchen. Die Gemeinde nennt sich selbst das Smaragd-Dorf und wer einmal die großen Smaragde im Museum gesehen hat, der weiß auch warum. Der berühmteste und auch wertvollste Stein ist die Smaragd-Madonna.

Museum Bramberg

Wildkogel Arena/Huber

Museum Bramberg (Pinzgau)

Die wenigen Steine, die heute noch gefunden werden, erzielen bei Sammlern Spitzenpreise, die oft deutlich über den Preisen vergleichbarer Smaragde aus anderen Lagerstätten liegen. Ein durchschnittlicher Smaragd aus dem Habachtal wird mit bis zu 2.000 Euro gehandelt.

Großvenediger über dem Habachtal

Wildkogel Arena/Rieder

Das Habachtal - bewacht von Dreitausendern

Im Winter wird es ganz still

Eingerahmt von Gletschern und Wasserläufen, die dem Tal Form und Leben eingehaucht haben und das noch immer tun. Im Winter kehrt völlige Ruhe ein im Habachtal. Zu groß ist die Lawinengefahr, als dass sich ein Mensch hierher wagen würde. Die Natur gehört und genügt sich dann selbst. Die Tauern werden still und einsam.

Einklang mit der Natur

Erst im Frühjahr und im Sommer sind die Kuhglocken wieder zu hören und die Rufe der Senner. Einige wenige Almen werden bewirtschaftet, Kühe und Pferde werden aufgetrieben, alles geschieht hier im Einklang mit der Natur. Nicht weil es das strenge Nationalparkgesetz so vorschreibt, sondern weil es die Menschen hier so wollen.

Im Einklang mit der Natur im Habachtal im Pinzgau

Wildkogel Arena/Rieder

Ganz im Einklang mit der Natur im Pinzgauer Habachtal

Im Herzen der Hohen Tauern

Für Wanderer und Besucher öffnet sich dann das Tal in seiner ganzen Schönheit. Mehr als sieben Kilometer wandert man den Smaragdweg taleinwärts bis zur romantisch gelegenen Moa-Alm und dem kleinen Ahornsee.

Als Besonderheit gilt der Pinzgauer Käse, der auf den Almen hergestellt wird. Ein sehr intensiver würziger Magermilch-Käse mit herzhaftem Aroma. Dieser Käse kommt auch in die berühmten Original Pinzgauer Kasnockn – im Habachtal wird er frisch auf echtem Bauernbrot serviert und verzehrt.

Das Tal der Juwelen

Das Habachtal bei Bramberg ist Tal der Juwelen im Nationalpark – ob seiner Funde bekannt und berühmt in aller Welt – wer aber einmal an einem schönen Sommer oder Herbsttag dort gewandert ist, der fragt sich, ob nicht am Ende das Tal selbst das Juwel ist.

Habachtal mit Enzian

Wildkogel Arena / Nindl

Habachtal mit Enzian

Eines steht jedenfalls fest: im Grunde kommt jeder, der in das Tal hineingeht, als reicher Mann wieder heraus: egal ob er einen Smaragd gefunden hat oder nicht. Denn wirklich reich machen im Habachtal die Eindrücke, die Erlebnisse und die unvergesslichen Momente, die man mit nachhause nimmt.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Das Habachtal in Bramberg

Bis heute werden in einem der schönsten Nationalparktäler Österreichs Smaragde gefunden.

Link: