Schmerzen als Krankheit

In der Veranstaltung der „Komm ins Uniklinikum“-Reihe am Donnerstag, 20. Juli um 18 Uhr geht es um das Thema „Schmerzen als Krankheit“.

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 18.7.2017

Wenn der Chronische Schmerz zur Krankheit wird

Wenn der Schmerz seine Warnfunktion verloren hat, kann er sich eigenständig weiter entwickeln und zu einem eigenen Krankheitsbild, der sog. Schmerzkrankheit, werden. Diese hat in den letzten Jahren massiv zugenommen.

Die Patientinnen und Patienten haben meist eine lange Vorgeschichte an verschiedensten medizinischen und chirurgischen Vorhandlungen und nicht erfolgreichen Therapieversuchen. Starke fortdauernde Schmerzen führen auch zu Veränderungen der schmerzverarbeitenden Nervenzellen im Rückenmark und Gehirn.

Im Gegensatz zum akuten Schmerz sind beim chronischen Schmerz nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche und das soziale Umfeld betroffen (bio-psycho-soziales Modell). Eine erfolgreiche Rehabilitation ist in diesen Fällen nur durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit unter Einbeziehung all dieser Faktoren möglich.

Physikalische Medizin und Rehabilitation

Die Rehabilitationsmedizin beschäftigt sich mit der biopsychosozialen Problematik des Patienten und geht über die kurative Medizin hinaus, die meist mehr oder weniger spezifisch bei Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparates eingesetzt wird. Zur Schmerzlinderung, Korrektur schmerzbedingter Fehlhaltung, Erhaltung und Verbesserung der Gelenksbeweglichkeit und zur muskulären Stabilisierung setzt die Physikalische Medizin verschiedene passive und aktive Methoden ein , die auch insgesamt zur Verbesserung der Lebensqualität des schmerzkranken Patienten führen.

Der Ausbau entsprechender Angebote wie etwa ambulanter Rehabilitationszentren wäre bei der steigenden Anzahl an Patienten sinnvoll und wünschenswert.

Psychologische Aspekte

Chronischer Schmerz kann auf Dauer mutlos, hilflos und mürbe machen. Gestörter Schlaf, Gereiztheit, Angst und depressive Symptome können hinzu kommen und das Leben schwer machen. Deshalb ist es wichtig, auch die psychosoziale Dimension des Schmerzgeschehens in eine multimodale Schmerztherapie einzubinden. Im Vortrag werden verschiedene Möglichkeiten der psychologischen Schmerztherapie und wirksame Wege zur Selbsthilfe praktisch vorgestellt, um chronische Schmerzen selbstständig lindern und die individuelle Lebensqualität heben zu können.

Besucher

SALK

Vortragende Fachleute

Am Donnerstag, 20. Juli um 18.00 Uhr im Vortragssaal der Salzburger Landeskliniken informieren diese Fachleute:

  • OÄ Dr. Sylvia Reichl (Universitätsklinik für Anästhesiologie u. Intensivmedizin der PMU),
  • Erste Oberärztin Dr. Karin Zott-Oppeneiger (Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der PMU),
  • Mag. Franz Wendtner (Universitätsinstitut für Klinische Psychologie der PMU)