„Hitlers Kinder vom Obersalzberg“

„Hitler und die Kinder vom Obersalzberg“ heißt eine Dokumentation, die Mittwochabend in ORF 2 ausgestrahlt wird und Montagabend im Landesstudio Salzburg präsentiert wurde.

Zeitzeugen berichten über die sorgenfreien Jahre am Obersalzberg, über Besuche und Erlebnisse auf Hitlers Berghof, während gleichzeitig Europa in Schutt und Asche versank und Millionen Menschen von den Nazis ermordet oder in den Tod getrieben wurden.

Es war und ist ein Ort der ländlichen und alpinen Idylle, ein Ort der Ruhe, ein Kraftplatz in der Natur - und es war jener Ort, den Adolf Hitler zur zweiten Reichskanzlei ausbauen ließ: Der Obersalzberg ist ein Platz, der sich ideal eignete, Hitler als kinderliebenden Menschen darzustellen, ihn perfekt zu vermarkten. Vieles war aber bloße Inszenierung, erinnert sich Rupert Zückert, Zeitzeuge aus Salzburg.

Doku über Hitler am Obersalzberg

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Hitler ließ den Obersalzberg zur zweiten Reichskanzlei ausbauen

Viele Zwangarbeiter wurden schwer verletzt

„Wir sind damals hinaufgegangen, begleitet von Hitler. Doch er hat sich schnell verabschiedet. Ich wurde auch gefragt, was denn Hitler mit mir geredet hat. Doch er hat mit uns überhaupt nicht gesprochen“, sagt Zückert.

Zwangsarbeiter am Obersalzberg

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Auch viele Zwangsarbeiter mussten auf dem Obersalzberg schuften

Zwischen 1933 und 1945 lebten und arbeiteten bis zu 20.000 Menschen auf dem Obersalzberg. Hunderte Zwangsarbeiter aus Italien und Tschechien waren an der Errichtung der Gebäude und der riesigen unterirdischen Bunkeranlagen beteiligt, schildert Zdenek Hulka, ehemaliger Zwangsarbeiter. „Viele Arbeiter wurden dabei schwer verletzt. Wir mussten Steine herausfahren und abtransportieren. Unsere Aufgabe war es, den Bunker zu vergrößern“, berichtet Hulka.

Zwangsarbeiter vom Obersalzberg

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Zeitzeuge Zdenek Hulka war selbst Zwangsarbeiter auf dem Obersalzberg

Ein Film, der betroffen macht

Robert Altenburger hat einen Film gestaltet, der betroffen macht und die Parallelität von Idylle und Schrecken aufzeigt. „Es geht einem unheimlich nahe, wenn man in dieser schönen Region um Berchtesgaden, den Kehlstein und am Obersalzberg unterwegs ist, und man weiß, dass es dort immer wieder Spaziergänge von Adolf Hitler und seiner Gefolgschaft gab, bei denen Entscheidungen getroffen wurden wie zum Beispiel die Kindereuthanasie“, sagt Altenburger.

Sendungshinweis

„Hitler und die Kinder vom Obersalzberg“, 22.3.2017, 22.30 Uhr in ORF2

„Hitler und die Kinder vom Obersalzberg“ ist eine Co-Produktion von ORF und Bayerischem Fernsehen. „Wir sind das elektronische Gedächtnis dieses Landes. Das Spannende ist, mit Menschen, die damals dabei waren, über deren Erfahrungen und Erinnerungen sprechen zu können“, sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Ausstrahlung am 22. März in ORF2

„Menschen und Mächte“ blickt aber nicht nur zurück. Die Zeitzeugen stellen auch aktuelle Bezüge her - so zum Beispiel Gerhard Bartels aus Berchtesgaden. „Dem Hitler sind damals junge Leute genauso nachgelaufen wie manche heute, die sich freiwillig beim IS melden und sich dafür sogar in die Luft sprengen lassen. Viele SS-Leute haben ja damals noch geglaubt, dass wir den Krieg gewinnen“, sagt Bartels.

Gezeigt wird die Dokumentation „Hitler und die Kinder vom Obersalzberg“ am 22. März um 22.30 in ORF 2.

Doku „Hitlers Kinder vom Obersalzberg“

„Hitler und die Kinder vom Obersalzberg“ heißt eine Dokumentation, die Mittwochabend in ORF 2 ausgestrahlt wird und Montagabend im Landesstudio Salzburg präsentiert wurde.

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