Kleine Wallfahrt nach Maria Elend

In dieser Woche entführen wir Sie in den Ortsteil Embach nach Lend (Pinzgau) und stellen ihnen die Wallfahrtskirche Maria Elend in 1.200 Metern Seehöhe vor. Hier sollen laut einer Legende schon Wunder vollbracht worden sein.

Maria Elend ist eine der ältesten Wallfahrtstätten des Salzburger Berglandes. Es sind eigentlich zwei Kapellen, die zusammengehören und ein Ensemble bilden. Sie stehen auf einer malerischen Anhöhe mitten im Almgebiet. Das Wort „Elend“ kommt vom mittelhochdeutschen „Öllendt“ und bedeutet einsame Gegend. Und einsam muss es hier früher wirklich gewesen sein.

Maria Elend Lend

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Legende einer wundersamen Heilung

Die erste Kapelle, die sogenannte Ursprungskapelle, wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts auf Initiative der adeligen Taxenbacherin Ursula Penninger errichtet - zum Dank für die Heilung ihrer Tochter. Das ist der kleinere Bau unterhalb.

Das Mädchen war geistig behindert und blind. Es hatte sich hier im Almgebiet verirrt. Erst nach drei Tagen wurde es gefunden - genau an der Stelle, an der heute die kleinere Wallfahrtskapelle steht. Das Kind war plötzlich gesund und konnte sehen. Heute ist die Kapelle auch eine Gedenkstätte für Sternenkinder - also Kinder, die vor oder bei der Geburt verstorben sind.

Maria Elend Lend

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Augenkranke hoffen auf das Wasser

Neben der Kapelle steht das Augenbründl. Dessen Brunnenwasser soll eine besondere Heilkraft haben. Pilger waschen sich damit die Augen und tragen es in Kanistern nach Hause.

Maria Elend Lend

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Im 19. Jahrhundert sind bis zu 50.000 Menschen pro Jahr nach Maria Elend gepilgert. Damals entschloss man sich, die Kapelle zu erweitern. Ein paar Meter oberhalb wurde ein noch größerer Bau errichtet, die heutige Wallfahrtskapelle. Dort haben Gläubige ihre Votivbilder als Dank für Heilungen an die Wand gehängt.

„Elend“ hieß ein einsames Land

ORF-Redakteurin Gabi Kerschbaumer hat sich im Unterpinzgau dieses Ziel vieler Wallfahrer angesehen.