Erste Hilfe: PISA-Test für Autofahrer

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Die richtige Wiederbelebung ist einer der praktischen Tests
Im Ernstfall ist jeder über Hilfe froh, doch die Wenigsten trauen es sich zu, Erste Hilfe zu leisten. Einen Erste-Hilfe-Kurs muss zwar jeder Führerscheinbesitzer machen - Doch nach einigen unfallfreien Jahren vergisst man so Manches.
Lenker vergessen viel
Europaweit werden deshalb Personen ab 18 Jahren über ihr Erste-Hilfe-Wissen befragt - in Österreich sind es insgesamt 200, sagt Doris Radetsch vom ÖAMTC: „Es werden theoretische Fragen getestet, es sind auch praktische Übungen dabei. Das sind ganz allgemeine Fragen - etwa, wie die internationale Notrufnummer lautet, oder was ich tun muss, wenn ich zu einer Unfallstelle dazukommen. Je jünger die Leute sind und je öfter sie Erste-Hilfe-Kurse machen, desto mehr ist das Wissen vorhanden. Je länger der Erste-Hilfe-Kurs her ist, desto verflachter ist das Wissen - vor allem bei den praktischen Übungen.“
Die Teilnehmer an dem Test haben gemischte Gefühle, wenn sie an den Ernstfall denken: „Wenn die Situation auftritt, dass jemandem wirklich helfen muss, dann ist es nicht so locker wie jetzt“, weiß Johann Planitzer, Kaufmann aus Salzburg. Andere trauen sich die Erste Hilfe erst gar nicht zu.
Sendungshinweis
„Salzburg heute“, 12.6.2012
Aus Scheu, etwas falsch zu machen, fahren viele am Unfallort vorbei, weiß ÖAMTC-Salzburg-Chef Erich Lobensommer: „Man kann ihnen sagen, dass jeder Mensch helfen kann und man nicht vorbeifahren soll. Es genügt, wenn man die Hand eines verletzten Menschen hält, ihn beruhigt und gut zuspricht. Dann ist schon sehr viel getan.“
Absicherung, Kontrolle, Hilfe
Franz Zellner vom Roten Kreuz Mattsee weiß, was ein Ersthelfer bei einem Autounfall unbedingt tun sollte: „Das Wichtigste ist die Absicherung. Der Patient wird nur von der Unfallstelle bewegt, wenn ich nicht absichern kann. Sonst wird immer an Ort und Stelle versorgt. Das Zweite ist dann immer die Kontrolle von Bewusstsein und Atmung. Wenn das Bewusstsein nicht vorhanden ist, wird stabile Seitenlage gemacht. Wenn es keine Atmung gibt, sofort mit einer Wiederbelebung beginnen - in dem Rhythmus 30 Herzdruckpassagen, zwei Beatmungen. Das durchmachen, bis Hilfe kommt. Die Eindrucktiefe ist sechs Zentimeter - das Herz wird zwischen Brustbein und Wirbelsäule zusammengedrückt. Richtig fest draufdrücken.“
Den Begriff „Stabile Seitenlage“ hört man im Zusammenhang mit Erste Hilfe immer wieder. Doch dabei muss Einiges beachtet werden, weiß Zellner: „Die Hand auf meiner Seite, wenn ich der Helfer bin, wird rechtwinkelig weggelegt. Das gegenüberliegende Knie zur Hand ziehen, nicht auslassen und in die stabile Seitenlage bringen. Dann den Kopf überstrecken mit dem Mund nach unten - dass Erbrechen herausfließen kann.“

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Den Test, einen Verletzten in die stabile Seitenlage zu bringen, meisterte die Arzt-Assistentin Birgit Pichler-Walter souverän - aber: „Ich habe gerade eine Ausbildung gemacht - und da war ein Rot-Kreuz-Kurs dabei.“ Die Ergebnisse dieses PISA-Tests werden im September veröffentlicht. Dann wird sich zeigen, ob ein Nachholbedarf bei Erste-Hilfe-Kursen besteht.
Publiziert am 13.06.2012

