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SA | 21.11.2009
Festredner Daniel Kehlmann (Bild: ORF)
KULTUR
Festspiele: Kehlmann-Rede sorgt für Aufsehen
Samstagmittag hat Bundespräsident Heinz Fischer die Salzburger Festspiele offiziell eröffnet. Neben den traditionellen Ansprachen von Politikern hielt der Schriftsteller Daniel Kehlmann heuer die Festrede - die für Aufregung sorgte.
Kehlmann ging auf Schaffen des Vaters ein
Kehlmann ging in seiner Rede vom Leben und Schaffen seines Vaters, des Regisseurs Michael Kehlmann, aus. Daniel Kehlmann nannte ihn einen "Diener der Autoren". Diese Haltung sei in den letzten Jahrzehnten unmodern geworden, der Vater somit nicht mehr beschäftigt worden.

Kehlmann geißelte in seiner Rede das Regietheater, es sei zur letzten Schrumpfform linker Ideologie degeneriert.
"Regisseure beanspruchen Starstatus"
"Wo Regisseure die Stars sind, dort halten sich die Autoren zurück. Wo sich die Autoren zurückhalten, beanspruchen die Regisseure wiederum den Status eines Stars, dem kein Autor, lebend oder tot, dreinzureden habe. 'Eigentlich sind wir die Urheber', rufen sie. Und in der Tat muss man es sich wohl recht angenehm vorstellen, ein genialischer Schöpfer zu sein, ohne dafür eigens Stücke verfassen zu müssen", sagte Kehlmann in seiner Rede.
"Regietheater ist zur letzten Schrumpfform linker Ideologie degeneriert."
Kehlmann: Theater ist paradox
Für Kehlmann ist das Theater in Gefahr, leer und langweilig zu werden. "Denn wer ein Reihenhaus bewohnt, christlich-konservative Parteien wählt, seine Kinder auf Privatschulen schickt und sich dennoch als aufgeschlossener Bohemien ohne Vorurteil fühlen möchte, was bleibt dem anderes als das Theater? In einer Welt, in der niemand mehr Marx liest und kontroverse Diskussionen sich eigentlich nur noch um Sport drehen, ist das Regietheater zur letzten verbliebenen Schrumpfform linker Ideologie degeneriert."

Theater sei paradox, schloss Kehlmann, und das werde es auch sein, wenn man sich an hoch subventionierte Absurditäten nur noch mit amüsiertem Lächeln erinnere.
Bundespräsident Heinz Fischer mit Gattin Margit, Bundeskanzler Werner Faymann, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Vizekanzler Josef Pröll bei der Eröffnung (Bild: ORF)
Bundespräsident würdigt gute Beziehungen
Der Bundespräsident würdigte in seiner Eröffnungsrede anlässlich des Staatsbesuchs von Portugals Präsident Anibal Antonio Cavaco Silva die hervorragenden Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Fischer erinnerte in diesem Zusammenhang an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der sich heuer zum 70. Mal jährt und der ein unglaubliches Ausmaß an Gewalt, Leid und Verbrechen mit Millionen von Opfern mit sich brachte. Es sei unsere Pflicht, "diese Tragödie im Gedächtnis zu behalten und Lehren daraus zu ziehen", betonte der Bundespräsident.
"Paradies gibt's nicht zum Nulltarif"
Mit der ökonomischen Krise und der Macht befasste sich Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) in ihrer Begrüßungsrede. "Wir leiden derzeit unter einer schlimmen Attacke an ökonomischem Pessimismus", zitierte Burgstaller den britischen Ökonomen John Maynard Keynes.

Aber einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts mache es sich - und uns, den Urenkeln seiner Epoche - nicht zu einfach. "Das Paradies gibt's schließlich nicht zum Nulltarif", so die Landeshauptfrau. Wir alle hätten es in der Hand, dass unsere Welt besser, schöner und gerechter denn je aus den vielfachen Prüfungen der Gegenwart hervorgehe.
Schmied spannte kritschen Bogen von der politischen zur kulturellen Macht.
Schmied stellt Motto in den Mittelpunkt
Das Generalmotto der diesjährigen Salzburger Festspiele, "Das Spiel der Mächtigen", stellte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) in den Mittelpunkt ihrer Rede. Schmied ging vor allem auf die "Macht" ein und spannte dabei einen kritischen Bogen von der politischen Macht zur Macht der Kultur.

Oft sei es die Politik, der man Macht zumesse und vielfach auch den Missbrauch unterstelle. Aufgabe der Kunst sei es, an der Macht zu rütteln. "Sie ist gefordert, den gesellschaftlichen Wandel mahnend zu begleiten und Werthaltungen und Motive zu hinterfragen", sagte die Kulturministerin.
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Ihre Meinung zu diesem Thema
shockhead..
lahe, vor 118 Tagen, 3 Stunden, 44 Minuten
war er schon einmal in einem Theater??
offensichtlich kennt shockhead...
uncle77, vor 118 Tagen, 2 Stunden, 41 Minuten
...nur die Tiger Lillys.
correction: Tiger Lillies!
uncle77, vor 118 Tagen, 2 Stunden, 41 Minuten
dass kehlmanns vater
shockhead, vor 118 Tagen, 3 Stunden, 52 Minuten
vielleicht deswegen auf deutschen bühnen nicht mehr gefragt war, weil er schon zur leseprobe wusste wie die inszenierung auszusehen hatte und nicht weil er sich selbst als diener des autors sah, darauf kommt der redner wohl nicht.

wer schon zur leseprobe als regisseur glaubt zu wissen wie seien inszenierung auszusehen hat, der verzichtet nicht nur freiwillig auf die Ideen von all den Schauspielern, Dramaturgen, Regieassistenten, Lichtdesignern, Requisiteuren, sondern meint auch in den meisten Fällen zu glauben, dass das Idealbild in seinem eigenen Kopf jenen Job besser machen würde, als der echte Schauspieler... Requisiteur.

Ist die Rede gegen das Regietheater vielleicht gar eine Rache, rächt der Redner da seinen Vater? In den meisten Fällen ist es weniger ein künstlerisches als mehr ein soziales Problem, wenn Regisseure, Bühnenbildner, Schauspieler etc. keine Jobs mehr bekommen
vieleicht irrt hier "shockhead" ganz massiv!
uncle77, vor 118 Tagen, 2 Stunden, 36 Minuten
bitte um Bekanntgabe:
käsepappel, vor 118 Tagen, 5 Stunden, 13 Minuten
"Wer braucht diese Kunst?" "Wer braucht diese Regie-Sire?"
Die G'stopften? Die Aristos? Die Künstler selbst?
Also, immer weniger Leute, denn die Bevölkerung wird ständig ärmer und kann sich diesen Spektakel sowieso nicht leisten!
ich bettele hiermit höflich...
schnoesel, vor 118 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten
...um die morgige Frage zum Tag:
Was sagen Sie zum Statement "unserer"
Landesgabi bzgl. "ökonomische Krise
und Macht"???
Und kommt's mir nicht mir
"Mißbrauch eines Inselaffens".
Warum nur erinnert mich das hier
helikopter, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 11 Minuten
http://salzburg.orf.at/stories/377969/

als drittes angebotene Foto spontan an die Osterinseln und deren weltberühmte Steinfiguren ???

http://images.google.com/imgres?imgurl=http://www.gnomad.de/wp-content/uploads/2007/04/osterinsel-1.jpg&imgrefurl=http://www.gnomad.de/weltreise/osterinsel-contra-weihnachtsinsel/&usg=__OklZGtKANnl2mON-l-mhyTay2-0=&h=299&w=450&sz=26&hl=de&start=37&um=1&tbnid=LLstnoruMKu6YM:&tbnh=84&tbnw=127&prev=/images%3Fq%3Dosterinsel%2Bsteinfiguren%26ndsp%3D20%26hl%3Dde%26sa%3DN%26start%3D20%26um%3D1
Meine Güte @helikopter
grauepantherin, vor 118 Tagen, 13 Stunden, 23 Minuten
ist das eine endlose "Osterinsel-Daten-Wurst"....wollen Sie uns etwa damit veräppeln?
werter Hubschrauber
blitzgneisser, vor 118 Tagen, 7 Stunden
auf www.tinyurl.com gibt es die Möglichkeit aus langen Webadressen ganz kurze zu machen, was uns so lange Adresskilometerwürste ersparen würde. ;-)

Das Ergebnis würde dann zum Beispiel so ausschauen. http://tinyurl.com/m35z2j
oder
pfochbichla, vor 118 Tagen, 4 Stunden, 51 Minuten
http://forwardme.de/640b1f.go
Werte Pantherin,
helikopter, vor 118 Tagen, 2 Stunden, 32 Minuten
Nee, da war keine Veräppelung geplant - Entschuldigung, ich hatte schlicht und einfach von der Möglichkeit, solche Adresskilometerwürste drastisch zu verkürzen, keine Ahnung !

>blitzgneisser : danke für die Nachhilfestunde - ist ja eine Supersache !
Werter @helikopter,
grauepantherin, vor 118 Tagen, 59 Minuten
ja dann ist es ja recht.
Nur, Sie haben sich halt gar viel Arbeit mit der "Adress-Kilometer-Wurst" gemacht, der @blitzgneisser hat Ihnen nun den Weg gewiesen.
Trotz allem:
Einen schönen Sonntag noch.
das video schaffts nicht
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 15 Minuten
von mir gesehen zu werden... dauernd stottert es dahin und hängt sich dann auf... kann man das irgendwo auch runterladen?
camilleri, vor 118 Tagen, 13 Stunden, 58 Minuten
Bei mir hat's funktioniert, und ich kann dir bestätigen, dass du nichts versäumt hast.
zu der werktreue
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 42 Minuten
natürlich kann man theater auch als museum dargestellter literatur betreiben und alles so machen wie es im buche steht. natürlich kann man ein stück auch so entfremden, dass es um etwas ganz anderes geht. beides finde ich gelinde gesagt langweilig. jedoch ist es doch auch die aufgabe des regisseurs und des dramaturgen einen text so aufzubereiten, dass man als zuschauer auch sieht, was das stück im zusammenhang mit der heutigen zeit zu sagen hat. dass man da den einen oder andern aspekt weglassen kann, oder sogar soll, versteht sich bei gewissen stücken von selbst. wer das stück so haben will, wie es vom autor geschrieben wurde, soll es doch lesen.

im übrigen wird allzu oft werktreue mit textreue verwechselt. nimmt man zb die anstrengungen die becketts erben an den tag legen, um seine stücke "originalgetreu" umgesetzt zu sehen, so wird dort werktreue in die absurdität geführt.
im übrigen...
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 59 Minuten
... ist es ein ziemlicher schmarrn das regietheater und linke ideologie in eine schachtel zu stecken. genauso gut könnte man sagen kaugummikauen ist rechts
so issä, maurice !!
jackpot, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 57 Minuten
In Österreich
pureironie, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 55 Minuten
muss Kultur immer entweder in das rechte oder linke Schubladl passen, damit jeder sein sicheres Feindbild hat.
lol
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 52 Minuten
ja das stimmt, jedoch finde ich es bemerkenswert, dass beispielsweise in oberösterreich linke kunst eher vom schwarzen land als von der roten stadt (linz) gefördert wird ;-)
Provinzialismus
pureironie, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 48 Minuten
hat eben doch auch etwas Gutes. Oder wie sagte schon Qualtinger? "In Linz müsste man sein."
P.S.
pureironie, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 46 Minuten
Thomas Bernhard fühlte sich in Ohlsdorf auch bedeutend wohler als in Salzburg oder Wien.
jedenfalls applaudiert die rechte seite auffallend stark
biondello, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 43 Minuten
der rede von herrn kehlmann. ......das mit seinem papa hört sich ja wirklich traurig an - erst erfolgreich und dann am abstellgleis - aber vielleicht sind ja wirklich alle regietheaterregisseure bösewichte, alle autoren gut, alle reihenhausbesitzer csu wählende idioten und die 68iger zerstört aus der zentralgeriatrie die ganze welt .... angeblich ist ja alles ganz einfach
Da die 68er
pureironie, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 37 Minuten
heute meist in den Vorstandsetagen sitzen, waren sie gewiss auch in Salzburg reichlich vertreten.
biondella
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 33 Minuten
wenn künstler, regisseure, bühnenbildner oder wer auch immer zuerst erfolgreich und dann auf dem abstellgleis sind, so ist das meist eher ein soziales denn ein künstlerisches problem. die welt verändert sich nun mal schneller als dass es jedem gelingen würde 20-30 jahre lang mit dem gleichen konzept, den gleichen ideen erfolgreich sein zu können. ob das gut oder schlecht ist, kann man lange diskutieren, es ist nun mal so
shocki
biondello, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 25 Minuten
ja.
die 68er gehen grad in pension.
winnetou2, vor 118 Tagen, 11 Stunden, 3 Minuten
interessant jedenfalls dass kehlmann ausgerechnet mit den csu-wählenden reihenhausbesitzern begründet, warum er die linkenhatz jetzt auch in die theater tragen will.
und dass sein vater offensichtlich kein zeitgemäßes theater mehr gemacht hat - daran sollen jetzt also auch die bösen linken schuld sein?
würde die rede gern im original lesen, ob der wirklich so krude ideen hat oder ob die verkürzung hier nur den eindruck erwecket...
publikum
kaunitz, vor 118 Tagen, 15 Stunden, 4 Minuten
applaus gibt es zu jedem schmarrn, denn das publikum fürchtet des kaisers neue kleider. hochachtung herr kehlmann für ihren mut - nur in eine linke partei werden sie nie mehr aufgenommen!
Mutige Ansage von Kehlmann
alabere, vor 118 Tagen, 15 Stunden, 41 Minuten
Leider hat er das Publikum ausgespart.
Da gäbe es auch Einiges zu sagen.
daniel craig wor ein wunderbarer cavaradossi ,
eminence, vor 118 Tagen, 15 Stunden, 10 Minuten
aber warum die jetzt bmw fohrn müüsn und ned mehr aston dos versteh ich ned !
tja wennst es ned verstehst...
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 58 Minuten
... bmw wird halt mehr bezahlt haben als aston, oder aston wollte nicht mehr...
alabere
shockhead, vor 118 Tagen, 14 Stunden, 56 Minuten
der herr für die publikumsbeschimpfungen hat sich ja nach frankreich verzogen
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