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SA | 21.11.2009
Alois Kothgasser (Bild: ORF)
KATHOLISCHE KIRCHE
Klare Worte von Kothgasser wie lange nicht
Papst Benedikt XVI. hat durch seine jüngsten Entscheidungen eine internationale Debatte verursacht. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser war einer der ersten heimischen Bischöfe, die offen Kritik übten - im Gegensatz zu anderen Kirchenvertretern.
Eine Analyse von Romy Seidl, ORF Salzburg
Wagner zurechtgewiesen
Es wirkt wie ein Aufwachen in Salzburgs Amtskirche: Erzbischof Kothgasser hat klare und deutliche Worte formuliert wie in seinen besten Zeiten - und wie schon lange nicht mehr. Seine Aussagen - eigentlich eine Selbstverständlichkeit - werden selten ausgesprochen von den Spitzen der österreichischen katholischen Kirche.

Homosexualität sei keine Krankheit, wies er den designierten Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner zurecht und empfahl dem Papst, den britischen Holocaust-Leugner Richard Williamson neuerlich aus der Kirche auszuschließen.
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Interview von Romy Seidl mit Erzbischof Alois Kothgasser.
Nicht glücklich mit Papst-Entscheidungen
Endlich gibt ein österreichischer Kirchenmann der ersten Reihe zu, dass es ihm mit den jüngsten Entscheidungen des Papstes nicht gut geht und dass er sie nicht versteht.

Verstehen könne er hingegen Katholiken, die aus der Kirche austreten - und klarerweise schmerzt ihn das. Er warnt vor einem Schrumpfen der Katholischen Kirche auf Sektengröße mit wenigen linientreuen Mitgliedern. Und er sieht die Gefahr einer Kirchenspaltung.
Auf Ernennung von Gerhard Wagner.
Wohl keine Reaktion der Bischofskonferenz
Kothgasser wagt es, den künftigen Linzer Weihbischof Wagner offen zu kritisieren. Auf Reaktionen in der Bischofskonferenz dürfte man wohl vergeblich warten.
Sorge vor nächster Bischofsernennung
Auch wenn Kothgassers Kritik in der Kirchenleitung möglicherweise ungehört verhallt, kann sie für viele Gläubige eine Orientierungshilfe sein - zumindest für Salzburgs Katholiken.

Denn die Sorge der Katholischen Aktion, auch in Salzburg könnte Rom 2012 wieder einen konservativen Geistlichen zum Erzbischof ernennen, scheint nach den jüngsten Ereignissen nicht unbegründet. Dies scheint auch Kothgasser zu spüren.
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