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MI | 10.02.2010
Kohlekraftwerk (Bild: ORF)
ENERGIE
Salzburg AG: Kohlekraftwerke als Geldquelle
Die Salzburg AG plant, Gas-, Dampf- und Kohlekraftwerke in Deutschland als Geldquelle zu nutzen. Den Erlös will sie in Salzburg investieren. Für die Grünen ist diese Vorgangsweise "zynisch".
Gas- und Kohlekraftwerke.
Engagements in Millionenhöhe bereits fix
Knapp zehn Millionen Euro investiert die Salzburg AG in ein Gas- und Dampfkraftwerk und in ein Kohlekraftwerk in Deutschland. Diese Engagements sind bereits fix.

Diskutiert wird noch über ein Großprojekt, ein geplantes Kohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald. Hier könnte sich die Salzburg AG mit bis zu knapp 70 Millionen Euro beteiligen, sagt die grüne Landtagsabgeordnete Heidi Reiter. Das geplante Kraftwerk soll mit Steinkohle betrieben werden, die aus Australien nach Deutschland transportiert werde, kritisiert die Grüne.
Grüne halten das für "zynisch".
Für großen CO2-Ausstoß mitverantwortlich
Die Salzburg AG werde an dem so erzeugten Strom mitverdienen - und sei deshalb am CO2-Ausstoß im großen Stil mitverantwortlich, sagt Reiter: "Wir halten das für unverantwortlich. Da hofft man, soviel Geld damit zu verdienen, dass man den Strompreis in Salzburg niedrig halten kann und hier teure und ineffiziente Ökostromprojekte finanzieren kann. Ich halte diese Argumentation für zynisch."

Reiter nennt dazu den folgenden Vergleich: "Das ist, als würde ein Bankräuber eine Bank ausrauben und dann sagen: Ich brauche das Geld für die Caritas. Deshalb ist das gerechtfertigt."
"Gute Gelegenheit, Geld zu verdienen"
Grundsätzlich stehe die Salzburg AG zu allen drei Engagements, betont deren Sprecher Sigi Kämmerer: "Die Frage der Moral ist eine sehr spannende und gehört diskutiert. Wir haben die Aufgabe, unser Unternehmen als gesundes Unternehmen zu führen und Geld zu erwirtschaften, mit dem man dann auch in der Region investieren kann. Die angesprochenen Engagements im Ausland sind unserer Meinung nach eine gute Gelegenheit, dort Geld zu verdienen, dass man dann in der Region wieder einsetzen kann."

Der Energie-Hunger im Osten Deutschlands sei enorm, und die Salzburg-AG benötige wie jedes Unternehmen Geld für neue Investitionen, sagt Kämmerer.
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