Salzburger Skipionier auf Heimaturlaub

Der Salzburger Skipionier und Skilehrer Viktor Weyand ist derzeit auf Heimaturlaub. Er gehörte ab 1960 zu jenen ausgewanderten Österreichern, die in Nordamerika das alpine Skifahren bekannt und populär machten. Längst ist Weyand auch US-Staatsbürger.

Sendungshinweis:

Guten Morgen Salzburg, Sendung vom 2. Oktober 2012

Der 71-jährige Profi-Skilehrer Viktor Weyand lebt schon seit Jahrzehnten in Traverse City, direkt an den Großen Seen im US-Bundesstaat Michigan. Lange war er als Skilehrer auch in den Rocky Mountains (Colorado) und in den chilenischen Anden tätig. 1941 ist der Austroamerikaner in der Stadt Salzburg auf die Welt gekommen, von 1957 bis 1959 besuchte er die Hotelfachschule in Bad Hofgastein (Pongau).

Skipionier Viktor Weyand

Weyand

Beim Skifahren in Colorado

Nun ist Viktor Weyand gerade wieder in den Salzburger und Tiroler Bergen unterwegs und hofft noch auf einen warmen Spätherbst für Almwanderungen. Er besucht Freunde im Zillertal und in den Salzburger Gebirgsgauen. Wie kam er damals nach Amerika?

Nach einer relativ kurzen Zeit als Skilehrer auf dem Arlberg ging Anfang der 60er-Jahre schon Weyands Karriere in Übersee los, nachdem ihn amerikanische Gäste in St. Anton nach Michigan eingeladen hatten.

Skifahren „nirgends so gut, wie in Aspen“

Mitte der 60er-Jahre wanderte Weyand endgültig in die USA aus und machte dort neben anderen Pionieren aus Europa und Österreich das Skifahren weiter bekannt und populär. Viele Jahre arbeitete er in Aspen (Colorado) und Boyne Mountain (Michigan) als Skilehrer - abwechselnd mit Portillo auf der Südhalbkugel in den chilenischen Anden.

Wenn Weyand heute noch Skifahren geht, zieht es ihn meistens in die Rocky Mountains, in den Nobel-Skiort Aspen - etwas westlich von Denver.

Viktor Weyand

Weyand

Weyand - auch als Fan einer bekannten Salzburger Fußballmannschaft - in Michigan.

„Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo die Pisten besser präpariert sind. Man hat in Aspen jeden Tag Sonnenschein und traumhaften Schnee - man ist ja über 3.000 Metern. Ich war zwar auch in der Schweiz und auch in Österreich kann man natürlich gut fahren, aber nirgendwo ist es so gut, wie dort“, meint Weyand.

Skizentrum im flachen Michigan

Dass es auch in seiner unmittelbaren Wahl-Heimat - im meist flachen Michigan - ein gutes Skigebiet gibt, wissen in Europa nur wenige. „An einem Wochenende sind da bis zu 3.000 Leute skifahren gewesen und die Leute sind dafür früher bis zu sechs, sieben Stunden von Detroit und Chicago hergefahren - nur damit sie dann auf so einem 200 Meter hohen Hügel herumrutschen können“, erzählt Weyand.

Viktor Weyand und Klaus Obermeyer - Skipioniere in den USA Skifahren Senioren

Weyand

Skimode-Tycoon Klaus Obermeyer (93) und Weyand beim Skifahren in Aspen/Colorado.

Mit US-Modezar Klaus Obermeyer

Eine Freundschaft verbindet Weyand mit dem wesentlich älteren Deutschamerikaner Klaus Obermeyer (1919 geboren in Oberstaufen), der nach dem Krieg in den USA mit Sport- und Skimode ein Wirtschaftsimperium aufbauen konnte - ein nordamerikanisches Gegenstück zu Aktivitäten des bayerischen Skistars, Modezars und Sportfilmers Willi Bogner.

Der Salzburger Viktor Weyand betrieb neben der Skilehrerei bis zu seiner Pensionierung auch ein großes Reisebüro für weltweiten Incentive-Tourismus, bei dem die Mitarbeiter von amerikanischen Großkonzernen und Versicherungen zu seinen Kunden zählten.

Carina Buchner, Gerald Lehner - salzburg.ORF.at & Radio Salzburg

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