Harlekin-Marienkäfer
In jüngster Zeit haben viele Hörerinnen und Hörer von Radio Salzburg angerufen: Es gebe heuer sehr viele Marienkäfer, allerdings ist die Farbe umgekehrt, sie sind schwarz mit roten Punkten, berichten die Hörer laut Karl Ploberger.
Es gibt auch gelbe Käfer mit schwarzen Punkten
„Es gibt nämlich nicht nur Marienkäfer mit schwarzen Punkten, sondern auch welche mit roten oder gelben Punkten und sogar einen gelben Käfer mit schwarzen Punkten - man spricht in diesm Zusammenhang auch vom Harlekin-Marienkäfer, weil er so unterschiedlich gefärbt ist. Er hat mit unserem eigentlichen Marienkäfer nichts zu tun, sondern ist aus Asien eingewandert. In Belgien wurde er im Jahr 2003 ausgesetzt, um dort die Blattläuse zu bekämpfen. Man hat damals geglaubt, dass er den Winter nicht übersteht, hat sich aber getäuscht. Er hat sich - im Gegenteil - sogar rasant vermehrt und hat von West nach Ost ganz Europa erobert. Und jetzt bevölkert er auch bei uns weite Teile des Landes. Er ist lästig, weil er in solchen Massen auftaucht, hat aber auch seine guten Seiten.“

dpa
Es gibt sie in unterschiedlichen Farben: Harlekin-Marienkäfer.
Blattlaus-Tiger
Dieser Käfer ist nämlich ein richtiger Blattlaus-Tiger, weiß Karl Ploberger. „Ich selbst habe zu Hause zum Beispiel einen Holunder, der von Blattläusen sehr gerne befallen wird. Da sind oft ganze schwarze Kolonien von Blattläusen drauf. Und ich habe es heuer wieder geschafft, dass ich nichts machen musste - weder wegwischen, noch mit dem Schlauch drüberspritzen. Innerhalb weniger Tage haben die Larven von diesem Käfer, die - abgesehen von einer etwas anderen Haut - ganz ähnlich aussehen wie jene unseres Marienkäfers, Millionen von Blattläusen vom Holunder abgefressen und jetzt ist er frei von Blattläusen. Überhaupt gibt es jetzt in meinem Garten keine Blattläuse mehr.“
Winzer haben sie weniger gern
Diese Marienkäfer sitzen zwar auch in Massen auf den Obstbäumen, richten dort aber keinen Schaden an, betont Gartenprofi Ploberger. „Sie sind echte Fleischfresser, nagen ein bisschen an Pollen und mögen auch den Pflanzensaft, fressen aber keine Blätter und Blüten. Probleme machen sie allerdings auch - zum Beispiel den Winzern. Aus Deutschland und teilweise auch bei uns hat man schon gehört, dass sich diese Käfer im Herbst in die Trauben zurückziehen, weil sie dort auch viele kleine Schädlinger finden. Und wenn es dann ans Pressen geht, dann wird dieser Harlekin-Marienkäfer mitgepresst. Dabei hat dieser Käfer eine einzige Waffe, nämlich eine übel riechende Substanz, die er dann frei gibt. Und das schmeckt im Wein dann nicht wirklich gut.“
Sendungshinweis
„Salzburg Magazin“, 20.7.2012
Im Winter in Fensterritzen
In solchen Fällen muss man den Wein waschen, rät Karl Ploberger. „Im Herbst kann dieser Käfer auch wirklich lästig werden, dass habe ich bei mir zu Hause selber schon festgestellt. Diese asiatischen Marienkäfer leben in der Heimat auf gelben Lehmwänden, wo sie auch überwintern. Nun habe ich selbst ein gelbfarbene Haus in schönbrunner gelb. Und wenn dann im Herbst diese Harlekin-Marienkäfer ihren Winterschutz suchen, dann setzen sie sich in den Fensterritzen fest. Wenn man dann das Fenster öffnet, fallen mit einem Schlage hunderte dieser Käfer auf das Fensterbankerl. Da stellt sich dann oft die Frage: Was tun? Und da sage ich ganz ehrlich: Ich nehme dann einfach den Staubsauber.“
Publiziert am 20.07.2012

