Ärger über wildernde Hunde in Stadtnähe

In der Nähe der Stadt Salzburg seien immer mehr wildernde Hunde unterwegs, kritisieren Jäger. Besonders im Gemeindegebiet von Bergheim (Flachgau) werden seit Monaten immer wieder Rehe schwer verletzt oder gerissen.

Das Salzburger Jagdgesetz sieht eigentlich vor, wildernde Hunde zu erschießen. Die Jägerschaft setzt jedoch auf Aufklärung und die Einsicht von Hundebesitzern. Erst vor kurzem hat ein Jäger wieder einen verendeten jungen Rehbock in einer Wiese beim Plainberg entdeckt - nicht zum ersten Mal.

„Verletzungen typisch für Hunde“

Weil die Verletzungen des bis zu seinem Tod schwer leidenden Tieres auch dieses Mal wieder einem Hund zugeordnet werden konnte, wurde die Jägerschaft verständigt. Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof betont, es sei sehr sehr typisch für einen Hund: „Wolf im Stadtgebiet schließe ich aus. Und ein Fuchs reißt ein erwachsenes Reh nicht. Das schließe ich aus.“

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Jäger begutachtet gerissenes Reh

Dringender Appell an Hundebesitzer

Die Jägerschaft ist immer wieder mit wildernden Hunden konfrontiert. Viele Hundehalter überschätzen den Gehorsam ihres freilaufenden Vierbeiners. Sie bedenken laut Mayr-Melnhof nicht, dass in jedem Hund ein Jagdtrieb schlummere: „Jeder Hund stammt vom Wolf ab. Das ist ein Urtrieb. Und die Schuld liegt nicht beim Hund, sondern beim Halter.“

„Hund kann nichts für den Urtrieb“

Gerade stadtnahe Gebiete wie der Plainberg sind beliebt bei Hundebesitzern und ihren Tieren. Gleichzeitig suchen Rehe auf Futtersuche gern die Autobahnböschungen in dieser Gegend auf. Die Jägerschaft appelliert nun dringend an die Bevölkerung, die Hunde unbedingt an die Leine zu nehmen - vor allem, aber nicht nur im Frühjahr: „Wir haben im Frühling überall Jungwild liegen, dazu Hasen, Fasane, Rebhühner.“

Wenn jemand junge Hasen oder ein Rehkitz findet, dann sollten diese Tiere keinesfalls berührt werden. Sie sind nämlich in den allermeisten Fällen nicht verwaist. Und sobald Menschengeruch auf dem Fell ist, werden die Jungtiere von ihren Müttern nicht mehr versorgt und angenommen.

ORF-Redakteurin Ulli Wolf berichtet über die Sorgen der Jägerschaft - wegen der gerissenen Wildtiere in Stadtnähe.