Große Freude über Hirscher-Gold in Annaberg

Das erste Olympiagold für Marcel Hirscher am Dienstag sorgt in seiner Heimatgemeinde Annaberg-Lungötz (Tennengau) für große Freude. Auch Hirschers Vater Ferdinand konnte sich vor Glückwünschen kaum retten.

Vater Ferdinand Hirscher hat den ganzen Tag Skiunterricht gegeben - auch wenn der Olympiasieg seines Sohns bei ihm für Hochbetrieb gesorgt hat: „Ich bin um 2.45 Uhr aufgestanden, habe sämtliche Telefonanrufe hereinbekommen. Es war eine stressige Nacht. Aber jetzt ist die Freude umso größer.“

Letzter Feinschliff per Telefon

Ferdinand Hirscher, der wegen Flugangst nicht nach Korea mitgeflogen war, war auch vor dem Rennen regelmäßig mit seinem Sohn in Kontakt - für den letzten Feinschliff. Das letzte Abfahrtstraining am Montag sei sehr wichtig für Marcel gewesen - „auch, um einen Ski zu finden, der brauchbar war“, so Ferdinand Hirscher. „Durch Marcels Verletzung war es einfach nicht möglich, in der Abfahrt ein gutes Set-up zu finden. Im letzten Abdruck haben wir das gefunden.“

Dass Marcel dem großen Druck standhielt, bei Olympia zu gewinnen, beeindruckt seinen Vater sehr: „Man muss das schon lernen. Doch wenn man sich von diesem Druck erdrücken lässt, dann kann man eh nicht erfolgreich sein. Irgendwie muss man das schon alles ein bisschen ausblenden und das nicht so wichtig nehmen, obwohl es sehr wichtig ist.“ Nach seiner Goldmedaille könne Marcel „jetzt schon befreit drauflosfahren“, so sein Vater. „Wie es geht, so geht es. Und wenn es nicht mehr so gut geht, dann ist es auch kein Malheur.“

Freude über Hirscher-Gold

In Marcel Hirschers Heimatgemeinde Annaberg-Lungötz ist die Freude über seine Olympiagold in der Kombination groß.

Ortschef froh über Sportler „mit Füßen am Boden“

Auch Annabergs Bürgermeister Sepp Schwarzenbacher (ÖVP) freut sich über den frischgebackenen Olympiasieger in dem 2.300-Einwohner-Ort: „Wir sind einfach eine kleine Tourismusgemeinde. Wir versuchen, mit dem Namen Marcel Hirscher, unsere Gemeinde in die Welt hinauszutragen. Marcel Hirscher ist mit zwei Füßen am Boden, ist ein erfolgreicher Sportler, aber noch ein ganz stinknormaler Mensch. Er ist einer, der menschlich da herpasst.“

Zahlreiche Annaberger sind früh aufgestanden, um sich das Rennen anzuschauen - so wie Koch Thomas Buchsteiner: „Man interessiert sich natürlich. Jetzt sind wir froh, dass er die Goldene hat. Da kann er befreit Riesentorlauf und Slalom fahren. Da macht er sicher noch zwei Goldene.“

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