Aluwerk-Konkurs: Hohe Quote für Gläubiger

Gute Nachrichten gibt es für Gläubiger im Konkurs der Aluminium Lend Gesellschaft. Sie erhalten 55 Prozent ihrer Forderungen. Die sehr hohe Quote ist nun fix, während tschechische Investoren die Produktion erfolgreich weiterführen.

Das Unternehmen ist im vergangenen Dezember von der Salzburger Aluminium Gruppe in die Insolvenz geschickt worden. Nach der Hiobsbotschaft von der Pleite geht es auch insgesamt in Lend wieder aufwärts - einerseits an den Standorten Lend und Schwarzach, wo die tschechische MTX-Gruppe den Betrieb übernommen hat und mit großem Erfolg weiterführt.

Aluminiumwerk Lend SAG MTX Alu Aluminium

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Produktionshalle in Lend

Andererseits läuft auch die Verwertung des Vermögens der Alu-Lend im Konkursverfahren relativ gut. Die Forderungen der Gläubiger liegen bei insgesamt 12,5 Millionen Euro.

„Erhaltung wäre möglich gewesen“

55 Prozent ihrer Forderungen erhalten die Gläubiger in den kommenden Wochen - das sei eine sehr hohe Quote, sagt Masseverwalter Helmut Hüttinger: „Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Liquiditätslücke im Verhältnis zur Größe des Unternehmens gar nicht so groß wäre. Mit einer Geldspritze vor Eröffnung des Konkurses wäre es aus meiner Sicht durchaus möglich gewesen, das Unternehmen zu erhalten.“

Auch unter den Gläubigern gibt es nach wie vor Kritik daran, dass die Firma von der Salzburger Aluminium Gruppe in die Insolvenz geschickt worden ist. Philipp Lettowsky hat 15 Jahre lang für die SAG gearbeitet. Weil er noch offene Forderungen an die Aluminium Lend Gesellschaft hat, war auch er am Mittwoch als Gläubiger beim Landesgericht.

„Hätte im Konzern gehalten werden können“

Die relativ hohe Quote von 55 Prozent überrascht Lettowsky nicht: „Sie ist ein Hinweis darauf, dass es mit entsprechender Anstrengung möglich gewesen wäre, das Unternehmen weiter im Konzern der SAG zu halten. Weil es sich um ein Unternehmen mit unglaublichem Knowhow und zukunftsorientierten Möglichkeiten handelt.“

Ein Sprecher der SAG sagte dem ORF dazu auf Anfrage, die Insolvenz sei angemeldet worden, um fremden und eigenen Schaden zu vermeiden. Unter den neuen Eigentümern aus Tschechien haben 50 der ursprünglich 83 Mitarbeiter ihre Jobs nach der Pleite wieder zurückbekommen.

Außergewöhnlich hohe Konkursquote

ORF-Redakteurin Gertrud Stabauer hat sich in Lend über die aktuelle Entwicklung erkundigt.

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