Prügel nach Cannabis-Deal als Raub angezeigt

Ein angeblicher Raubüberfall auf einen 21-Jährigen in Neumarkt am Wallersee (Flachgau) hat sich als missglückter Cannabis-Deal herausgestellt: Da der junge Deutsche beim Verkauf einen Rückzieher gemacht hatte, wurde er vom Kunden verprügelt.

Der 21-jährige in Oberösterreich lebende Deutsche hatte sich am Abend des 16. Juli telefonisch bei der Polizei gemeldet und gesagt, dass er überfallen und verletzt worden sei. Er hatte Gesichtsverletzungen erlitten und wurde von der Rettung deshalb ins Salzburger Landeskrankenhaus gebracht.

Bei einer ersten Einvernahme tischte der junge Mann den Beamten folgende Geschichte auf: Er habe sich mit einer Freundin treffen wollen und deshalb gewartet. Dabei sei er von zwei unbekannten Männern attackiert und zusammengeschlagen worden. Diese beiden hätten ihm Handy und Geldbörse abgenommen.

In zweitem Verhör in Widersprüche verwickelt

Doch den Polizisten hatten Zweifel an der Version des jungen Deutschen. Nach weiteren Ermittlungen verhörten sie den 21-Jährigen noch einmal: Dabei verwickelte sich der junge Deutsche in Widersprüche und gab schließlich zu, dass er den Raubüberfall erfunden habe. Tatsächlich habe er einem ihm unbekannten Mann eine geringe Menge Cannabis verkaufen wollen, so der 21-Jährige. Dabei habe er aber in letzter Minuten einen Rückzieher gemacht, weil ihm die Sache „zu heiß“ gewesen sei. Daraufhin habe ihn der enttäuschte Kunde zusammengeschlagen.

Eine genauere Beschreibung des Mannes konnte der Deutsche gegenüber den Polizisten aber nicht abgeben. Nach dem Unbekannten wird trotzdem gefahndet. Der 21-Jährige wird bei der Staatsanwaltschaft angezeigt - wegen Vortäuschens einer Straftat und wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz.