Fahrrad-Kuriositäten aus 200 Jahren

Das Fahrrad feiert heuer seinen 200. Geburtstag - und aus diesem Anlass zeigt die Bachschmiede in Wals (Flachgau) einen Abriss über die Geschichte dieses Fortbewegungsmittels. Dabei sind auch einige Kuriositäten zu sehen.

Das älteste Fahrrad in der Ausstellung stammt aus dem Jahr 1868 - ein französisches Michauline. Die Vielfalt der präsentierten Räder reicht darüberhinaus vom Hochrad über ein Waffenrad, Minirad, Klapprad, Mountainbike bis hin zum Hightech-Rad. Darunter finden sich Rennräder von Spitzensportlern und Kuriositäten wie zum Beispiel das legendäre „Bonanzarad“, das in den 1970er-Jahren auch bei uns populär wurde.

Säbelhalter für den Lenker, Hanfseile für die Reifen

Die ausgestellten Fahrräder zeigen kunstvolle Verzierungen und Raritäten wie etwa eine Radlaufklingel aus den Jahren 1910-1920. Diese Klingel wird mittels eines Seilzugs gegen den Vorderreifen gedrückt - und fängt dann zu klingeln an. Aus dieser Zeit stammt auch eine spezielle Säbelhalterungen beim Fahrradlenker, um dieses Statussymbol für Beamte und beim Militär auch am Rad mitführen zu können. Ein Innviertler Tischler beute sich zudem sein Rad selbst - und verwendete bei den Rädern als Gummiersatz Hanfseil.

Immer schon ein Thema war die Fahrradbeleuchtung - spätestens ab jenem Moment, in dem das Fahrrad zum Massenverkehrsmittel wurde. Am Anfang diente Kerzenlicht zur Aufhellung des Weges, dann verwendete man auch Petroleum- und Karbidlampen. Auch hier sind historische Stücke zu sehen.

Entwicklung über Jahrzehnte

Das allererste Fahrrad war das Laufrad des Carl von Drais, das 1817 patentiert wurde. Dabei stützte man sich mit dem Oberkörper noch auf dem Rad auf. Erst 40 Jahre kam man auf die Idee, Pedale auf das Vorderrad zu montieren, um die Füße vom Boden wegzubekommen und somit schneller voranzukommen.

Fahhradgeschichte in der Bachschmiede

Die Bachschmiede in Wals zeigt derzeit eine Geschichte des Fahrrads - mit vielen Kuriositäten vergangener Jahrzehnte.

Frauen mussten sich das Radfahren im 19. Jahrhundert erst erkämpfen. Die fahrradtauglichen Hosenröcke oder Pumphosen und auch die gespreizte Beinhaltung beim Radfahren galten lange als unschicklich und ungehörig. Aber gerade Frauen gewannen durch das Fahrrad Mobilität und Unabhängigkeit. Zum Schmunzeln bringen einen in der Ausstellung vor allem eigens angefertigte Wunschfahrräder. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Andrea Aglassinger, salzburg.ORF.at

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