Begeisterung für Ultralangstreckenlauf

Um drei Uhr früh aufstehen und dann den ganzen Tag mehr als 100 Kilometer weit nur noch laufen: 300 Ultraläufer bewältigen diese Strapaz bergauf, bergab beim Mozart100-Lauf in Salzburg mit Begeisterung.

Erst Sonntagnacht ist Norbert Leinfellner als 193. und Letzter in der Wertung im Ziel angekommen. Mehr als 20,5 Stunden war er unterwegs, zehn Stunden länger als der Schnellste der „verrückten“ Ultraläufer, der Südtiroler Alexander Rabensteiner. Die schwierige Strecke aus der Stadt Salzburg über Elsbethen, durch die Glasenbachklamm, Ebenau, Fuschl, St. Gilgen, über das Zwölferhorn und den Nockstein zurück in die Altstadt hat es den Laufbegeisterten besonders angetan.

Ultralangstreckenlauf Mozart100

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Seit 5.00 Uhr sind die Läufer unterwegs

Ultralauf mobilisiert Glücksgefühle

„So eine Distanz kannst du nicht trainieren. Das bringt nichts und schadet dem Körper mehr als es nutzen würde. Da muss man mental stark sein und am Start schon wissen, es wird heute ein langer Tag und das muss abgeklärt sein, dass das elf, zwölf Stunden dauert“, sagt etwa Rabensteiner. Du bist verrückt, das sagen viele zu mir, aber dabei ich bin auch glücklich, erklärt Rabensteiner die Faszination des extremen Laufsports.

Ultralangstreckenlauf Mozart100

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Ultraläufer in der Glasenbachklamm

Läufergemeinschaft hilft sich gegenseitig

Wer die Freude und Erleichterung der Läufer im Ziel gesehen hat, weiß wovon Rabensteiner spricht. Anders als die Konkurrenz unter Marathonspezialisten oder der Ehrgeiz auf langen Triathlondistanzen, vermitteln die Ultraläufer ihren Zuschauern Zusammenhalt, Demut und viel Bezug zur Natur. Läufer Andreas Pfandlbauer aus Bad Ischl (Oberösterreich) bestätigt diesen Eindruck aus der Sicht der Ultraläufer: „Es ist fast kein Geld im Spiel. Wenn man Probleme hat, bleibt sofort einer stehen und fragt, ob alles okay ist, ob man etwas braucht. Das gibt es beim Straßenmarathon sicher nicht. Da geht es nur um die Zeit, das ist ein riesengroßer Unterschied.“

Ultralangstreckenlauf Mozart100

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Den Läufern ist die Begeisterung anzusehen

75-Jähriger verläuft sich: „Jetzt kenn ich die Strecke“

Der Mozart100 ist in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche Veranstaltung und das zeigt sich auch in der Geschichte von Christoph Geiger aus der Schweiz. Der 75-Jährige hat sich bei seiner Laufpremiere in Salzburg nach rund 17 Stunden am Nockstein verlaufen und mit einem Lächeln und den Worten „jetzt kenn ich wenigstens die Strecke“ aufgeben und versprochen wiederzukommen.

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Langstreckenläufer Christoph Geiger

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