Stiegl Bier: Export in die USA wächst

Die Stieglbrauerei exportiert immer mehr in die USA - auch Spezialbiere mit höchster Qualität. An diesem Wochenende feiert die größte Privatbrauerei Österreichs das 525-jährige Bestehen. Sie hat acht Niederlassungen und bietet 750 Jobs.

Stiegl Bier Brauerei

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Ausschank zum Auftakt am Samstag in der Festhalle bei Stiegl

Zum Auftakt des Jubiläums gab es am Samstag einen Festzug durch die Salzburger Innenstadt in Richtung Brauerei.

„Große und kleine Steine“

Stiegl ist die größte der rund 170 Privatbrauereien in Österreich. Sie setzt sich mit steigenden Marktanteilen in Zeiten der Globalisierung tapfer gegen internationale Konzerne durch, sagt Firmenchef Heinrich Dieter Kiener: „Eine Privatbrauerei hat immer eine Chance. Sie ist flexibler und entscheidungsschnell. Wir entscheiden vor allem nach anderen Kriterien, die wesentlich langfristiger sind. Es gibt da einen schönen Vergleich: Zwischen den großen Steinen haben die kleinen Steinen und die Körner immer noch genug Platz. Das gilt auch für uns.“

Neue Spezialbiere in kleinen Mengen

Neben den traditionellen Bieren erzeugt man bei Stiegl immer mehr Spezialbiere in kleinen Mengen und höchsten Qualitäten, die sich bei Liebhabern bestens verkaufen - zu entsprechenden Preisen.

Jerry Glunz Chicago

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US-Importeur Glunz aus Chicago, Illinois

Und Stiegl exportiert immer mehr nach Übersee, so Kiener: „Das wird immer wichtiger. Es sind jetzt bei unserem Fest auch die Importeure aus Kanada, USA und Hongkong in Salzburg.“

Kleine in Nordamerika sehr beliebt

Der Amerikaner Jerry Glunz ist Importeur von Stiegl-Produkten für die Vereinigten Staaten. Er genießt seinen Aufenthalt in der zweiten Heimat Salzburg und das Fest in Maxglan: „Es gibt für Stiegl einen großen Markt bei uns. Gute Import-Biere sind die Zukunft in den USA. Unsere Leute wollen originales Bier trinken. Wir haben insgesamt mehr als 4.000 Biermarken. Und viele versuchen genauso zu brauen, wie es Stiegl seit mehr als 500 Jahren tut.“

Vielen Europäern ist nicht bewusst, dass die USA und Kanada mittlerweile eine qualitativ sehr hochwertige und eigenständige Bierkultur haben, die auf kleine und regionale Strukturen setzt. Einerseits dominieren zwar Konzerne wie Budweiser und andere den Massenmarkt. Andererseits haben besonders im Westen und Nordwesten viele Regionen, Kleinstädte und auch abgelegene Dörfer ihre eigenen Klein- und Kleinstbrauereien, die hervorragende Biere brauen. Viele Kunden schätzen auch Importbiere von kleineren Erzeugern in Europa, Tschechien, Bayern und Österreich.

Trend zu Bier aus kleineren Brauereien

Ein ORF-Team hat sich den Start für das zweitägige Fest angesehen und mit Fachleuten gesprochen.

Ganze Branche ist im Wandel

Noch immer dominieren fünf Konzerne den Weltmarkt. An der Spitze steht Anheuser-Busch Beverages, zu dem auch American Budweiser gehört. Der amerikanisch-brasilianisch-belgische Fusionsriese hat 200 Biermarken unter seinem Dach vereint. Trotzdem geht es den Brauereien in Österreich nicht schlecht. Regionalität ist stark im Kommen. Mini- und Einmann-Betriebe mit höchster Qualität bevölkern den Markt.

Gründung vor der Amerikafahrt von Columbus

1492 fuhr nicht nur Italiener Christoph Columbus für die spanische Krone nach Amerika. Es war auch das Jahr, in dem die Stieglbrauerei in Salzburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Es dürfte sie also noch deutlich länger geben als 525 Jahre.

Familienunternehmen wie Stiegl profitieren vom neuen Kaufbewusstsein im In- und Ausland, wie die Gastronomin Gerti Kamml aus Siezenheim schildert: „Man will heute wissen, woher die Produkte kommen, und was ist drin. Es geht weg von der Anonymität. Man sucht die Quelle und den Ursprung.“

Heimische Wirtshäuser als Basis

Auch Heinz Kuttin hat als Cheftrainer der ÖSV-Skispringer nur Lob für Stiegl übrig, ist die Brauerei doch einer der Sponsoren des Nationalteams: „Die Menschheit kommt wieder stärker in die Phase, wo man auf Eigenständigkeit und Tradition setzt. Stiegl ist da ein Vorzeigebetrieb.“

Um im heimischen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ist vor allem das Zusammenspiel von Produktion, Handel und Gastronomie wichtig. Beim Vertrieb spielen heimische Gasthöfe und Wirtshäuser als Teil einer intakten Infrastruktur in der Stadt und auf dem Land auch eine große Rolle.

Sarah Gruber, Gerald Lehner - salzburg.ORF.at

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