Fischotter in Salzburger Altstadt gesichtet

Der Fischotter breitet sich auch in Salzburg wieder aus. So wurden bereits Tiere in der Salzach in der Salzburger Altstadt gesichtet. Damit beginnt aber auch die Debatte, wie Fischzuchten vor den Tieren geschützt werden sollen.

Der Fischotter war im Land Salzburg mehr als ein halbes Jahrhundert lang beinahe ausgerottet. Die Wassermarder sind geschickte Fischjäger - diese Vorliebe für Fische und ihr schöner Pelz brachten sie an den Rand der Ausrottung. Nun erholen sich die Bestände wieder. Die streng geschützten Fischotter breiten sich aus und wurden sogar schon von der Salzachpromenade im Stadtzentrum aus gesehen.

Die Salzach im Frühling in der Salzburger Altstadt - vom Müllner Steg aus gesehen (mit Festung und Altstadt im Hintergrund)

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In der Salzach in der Salzburger Altstadt - hier vom Müllner Steg aus gesehen - wurden bereits mehrmals Fischotter gesichtet

„Schwimmende Fischotter in Salzach gesehen“

„Ganz konkret gab es in den letzten zwei Monaten zwei bis drei Beobachtungen, die durchaus glaubwürdig sind, die sich im Bereich zwischen Müllner Steg und Makartsteg abgespielt haben“, betont der Biologe Robert Lindner vom Naturgeschichtemuseum ‚Haus der Natur‘. „Da wurden schwimmende Fischotter in der Salzach gesehen.“

Die Duftmarken der Hunde an der Salzachböschung scheinen die wildlebenden Otter nicht zu stören. Der Grund für den Anstieg der Population der Otter ist die Verbesserung der Gewässergüte vieler Bäche und Flüsse, seit strengere Umwelt- und Naturschutzgesetze in Kraft sind. Eine aktuelle Studie der Landesregierung belegt die Ausbreitung des Fischotters: „2009 hatten wir eine Population von etwa 30 Stück in diesem Land. Wir haben jetzt eine Kartierung hinter uns - und wissen, dass wir über 130 Stück haben“, sagt der für Wasserwirtschaft zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP).

Fischotter duckt sich auf Stein am Bachufer

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Der Fischotterbestand hat sich auch in Salzburg erholt

Im Winter Schäden in Fischzuchten

Nun wird aber schon wieder über Möglichkeiten nachgedacht, die Bestände wieder zu verringern. Fischzüchter und Fischer haben nämlich keine Freude mit den flinken Raubtieren. Die Hauptpaarungszeit der Fischotter fällt nämlich in den Februar und den März. Im Winter wird auch das natürliche Nahrungsangebot knapp. Dann richten die Otter in Fischzuchten oft erheblichen Schaden an. Von vielen Teichwirten werden daher Bestandsregulierungen gefordert.

Fischotter mit geöffnetem Maul im Schnee

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Gerade im Winter können die Otter Schäden in Fischzuchtteichen anrichten

In Niederösterreich hat man bereits Tiere zum Abschuss freigegeben - mehr dazu in Land NÖ erlaubt Tötung von 40 Fischottern (noe.ORF.at; 24.2.2017). Damit werde aber gegen EU-Recht verstoßen, argumentieren Naturschutzorganisationen. Schließlich sei der Fischotter europaweit streng geschützt.

Land prüft noch weitere Vorgangsweise

Eine Abschussfreigabe gibt es in Salzburg derzeit nicht. Die weitere Vorgangsweise werde noch geprüft, sagt Landesrat Schwaiger: „Wir sprechen jetzt noch nicht von Abschüssen. Es gibt unterschiedliche Methoden. Es gibt Fangmethoden. Es gibt auch ein Bundesland, wo die Fischotter in ein anderes Land gebracht werden - nach Holland. So im Detail sind wir noch nicht, aber wir wissen, dass in nächster Zeit eine Entscheidung zu treffen ist.“

Otter ein „Qualitätssiegel“ für Gewässer

Ökologen empfehlen dagegen Schutzzäune für die Teichanlagen und vor allem eine Renaturierung von Gewässern. Denn in einem reich strukturierten Bach gibt es genug Versteckmöglichkeiten für die Fische - und damit Nahrung für Fischotter.

Letztlich müsse die Gesellschaft entscheiden, ob die Natur ausschließlich Wirtschaftsraum sein soll, oder ob sich der Fischotter wieder ausbreiten darf - bis in Salzburger Stadtzentrum, so Biologen.

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