Krisenintervention fast täglich im Einsatz

Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes ist in Salzburg rund 300 Mal pro Jahr im Einsatz. Seit zehn Jahren betreuen die ehrenamtlichen Mitarbeiter Betroffene nach traumatischen Erlebnissen oder nach plötzlichen Todesfällen.

Rund 1.700 Menschen betreute das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes im Vorjahr. Sie waren vor allem für Menschen, deren Angehörige verschwunden oder plötzlich verstorben sind oder für Personen, die Augenzeugen von Katastrophen wurden, im Einsatz. Aber auch Frauen und Männer, die ihre Arbeit oder den Wohnplatz verloren haben, bekommen Hilfe.

Helferin der Krisenintervention des Roten Kreuzes bei Gespräch

ÖRK/Jürgen Högl

100 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen unterstützen das Kriseninterventionsteam

Rasche Unterstützung nach Schockerlebnissen

„Das Kriseninterventionsteam kommt immer dann, wenn keine Rettung mehr möglich war. Der akute, traumatische Tod eines Menschen ist zu 99 Prozent Auslöser für einen Kriseninterventionseinsatz - ein junger Mann stirbt bei einem Autounfall, ein Kind wird lebensbedrohlich verletzt und verstirbt am Abend im Krankenhaus, eine Familie wird durch einen Suizid erschüttert, eine Reanimation bleibt erfolglos,“ schilderte Karin Unterluggauer die Aufgaben ihres Teams.

Hilfe auch für Einsatzkräfte

Die rund 100 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer haben alle eine psychosoziale Ausbildung absolviert. Sie überbringen Todesnachrichten oder sind bei Katastrophen und Großunfällen zur Stelle, um nicht nur Betroffene sondern allenfalls auch Einsatzkräfte zu unterstützen, sagte Karin Unterluggauer: „Unsere Aufgabe ist es, Menschen, bei denen von einer Sekunde auf die andere alles anders ist, die mit persönlichen Katastrophen plötzlich konfrontiert sind, in der ersten Zeit zu begleiten.“ Es gehe darum, sie in dieser Situation, „nicht alleine zu lassen, sondern gemeinsam die nächsten vier, fünf Stunden zu verbringen, um sie mit den notwendigen Schritten, die anstehen, zu unterstützen.“

Arbeit zwischen Stille und Chaos

Betroffene sind auch Jahre danach noch dankbar über die rasche Hilfe, wie Baumeister Bernd Hillebrand. Einer seiner Mitarbeiter verunglückte vor ein paar Jahren auf einer Baustelle tödlich. „Sie müssen sich vorstellen, es ist irgendwo eine Stille und trotzdem Chaos bei so einem Ereignis. Jeder braucht hier irgendwie einen anderen Zugang. Das Kriseninterventionsteam geht sehr individuell auf die Menschen ein“, sagte Hillebrand.

Link: