Skigebiet-Pleite: Keine Einigung mit Gläubigern

Im Insolvenzverfahren des Skigebiets Gaißau-Hintersee (Flachgau/Tennengau) hat es am Freitag keine Einigung gegeben. Vor allem große Gläubiger lehnten die vom Unternehmen angebotene 30-Prozent-Quote ab.

Es war ein außergewöhnlicher Termin beim Salzburger Landesgericht. Freitagfrüh vor der Verhandlung war der Ausgang der Abstimmung völlig unklar. Das sei bei Insolvenzverfahren nicht üblich, sagen Richter und Masseverwalter. Auch der Andrang der rund 90 Gläubiger war groß. Viele waren persönlich erschienen. Insgesamt geht es in dem Verfahren um 1,8 Millionen Euro Schulden des Seilbahnunternehmens.

Gläubiger im Konkursverfahren des Skigebiets Gaißau Hintersee im Gerichtssaal am Salzburger Landesgericht

ORF

Das Gerichtzimmer war Freitagfrüh voll mit Gläubigern

Rund eineinhalb Stunden verbrachten die Gläubiger im Verhandlungssaal, eine Einigung kam aber nicht zustande. Das liege an der schlechten Vorbereitung der Gläubiger, kommentierte Richter Rudolf Havas.

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Gerald Lehner

Trotz viel Neuschnees standen die Lifte in Gaißau heuer im Winter lange still

„Keine Summenmehrheit erzielt“

Masseverwalter Wolfgang Hochsteger sah das Ergebnis so: „In der Verhandlung haben die Gläubiger über den Vorschlag abgestimmt. Hier wurde die Quote von 20 auf 30 Prozent verbessert. Es wurde zwar eine Kopfmehrheit, aber nicht eine Summenmehrheit erzielt.“ Allen voran der Raiffeisenverband und die Bundesforste wehrten sich gegen die angebotene Rückzahlung von 30 Prozent der ausständigen Schulden. In zwei Wochen muss daher erneut verhandelt werden. Der Vertreter des Skigebietes, Anwalt Arno Maschke, hofft dann auf eine Einigung.

Denn das Angebot des chinesischen Haupteigentümers, dessen Geschäftsführer anders als angekündigt nicht erschienen war, stehe, betonte Maschke: Dieser wolle in das insolvente Skigebiet investieren, sobald alle Gläubiger der angebotenen Quote zustimmen.

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Gerald Lehner

Wirtschafts-Krimi rund um Weihnachten

Der Wirtschafts-Krimi um das nach mehreren schwachen Saisonen verschuldete Klein-Skigebiet begann rund um Weihnachten: Wochenlang war der Kontakt zum chinesischen Haupteigentümer abgerissen. Trotz Schneefalls Anfang Jänner konnte der Skibetrieb nicht ohne chinesische Zustimmung gestartet werden.

Mitarbeiter, Miteigentümer und nicht zuletzt Saisonkartenbesitzer mussten gleichermaßen um den Fortbestand des Skigebietes bangen. Dann folge ein Aufatmen, der Eigentümer stimmte doch noch zu, der Skibetrieb konnte starten. Eine Insolvenz während der laufenden Saison konnte aber trotz eines erneuten finanziellen Zuschusses nicht abgewendet werden.

Zukunft weiter ungeklärt

ORF-Redakteur Lukas Möschl hat sich die Gerichtsverhandlung über das Skigebiet Gaißau am Freitag angehört für diesen TV-Bericht.

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