Spiellust der Trios beim Snow Jazz

Freitag, 11. März, hat im Gasteiner Tal wieder das Snow Jazz Festival begonnen. Zehn Tage geht es rund auf Skihütten, in Hotels und Restaurants der Region. Spiellust und „Infernale Trios“ sind heuer verbindende Themen der Jazztage im Skigebiet.

Celine Bonacina beim Snow Jazz 2016

Snow Jazz 2016

Die Französin Céline Bonacina ist am Baritonsaxophon mit ihrem Trio am Samstag, 12. März, im Sägewerk Bad Hofgastein zu hören

„Das Trio ist eine Urform der improvisierten Musik“, sagt Veranstalter und Arrangeur Sepp Grabmaier vom Jazzclub Sägewerk in Bad Hofgastein (Pongau): „Duos sind im Jazz etwas sehr Intimes. Man ist aber stark auf sich bezogen. Zu dritt, bei einer Ménage à trois auf künstlerischer Ebene, kommt stets schon große Dynamik ins Spiel. Da gibt es einen Dritten, der interveniert und Spannung erzeugt.“

„Zu dritt sehr reizvoll“

Was hält Grabmaier dann vom Quartett als Urform? „Zu viert gehörst du dann eigentlich schon den größeren Bands. Da braucht es deutlich mehr Organisation und Führung. Und das kann auf Kosten der Spontanität gehen.“

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Grabmaier betont, das zweite Grundthema bei Snow Jazz sei heuer die pure Spiellust. Und die sei eben auch bei Trios oft stark ausgeprägt: „Hier kommt bei Soli auch jeder lange genug zum Zug.“

Drummer Trattner mit Salzburger Band

Auch für heuer hat Grabmaier wieder etliche Monate für Zusammenstellung und Organisation des Programms zugebracht. Internationale und österreichische Musiker in den Trios halten sich zahlenmäßig ziemlich die Waage. Einer der Höhepunkte ist kommenden Dienstag, 15. März, im Festsaal von Dorfgastein zu sehen und zu hören: Der Lungauer Schlagzeuger, Komponist und Arrangeur Franz Trattner präsentiert sein Fun(k) Orchestra. Dieses passt heuer als einzige Band nicht ins Grundthema der Trios. Trattner präsentiert in der elfköpfigen Formation einige der besten Salzburger Jazzer.

Grammy-Nominierte beim Brunch

Stars aus Übersee mit Grammy-Nominierungen sind auch im Gasteiner Tal – zum Beispiel das Das John di Martino Trio beim Jazzbrunch am letzten Festivaltag, Sonntag, 20. März. Die Formation, präsentiert Klassiker aus dem Great American Songbook. Bandleader John di Martino ist in der New Yorker Jazz Szene etabliert und gefragt wie kaum ein anderer Pianist. In Gastein ist er nun zu hören mit dem Russen Boris Kozlov am Bass und dem Drummer Klemens Marktl (Österreich).

„Das hält dich nicht auf dem Sessel“

„Wir haben wieder darauf geachtet, dass wir keine verkopften Sachen basteln“, betont Festivalchef Grabmaier: „Manches wäre sicher auch gut tanzbar. Klar ist, dass es dich bei diesen Bands insgesamt nicht auf dem Sessel hält.“

Gerald Lehner, salzburg.ORF.at

Radiosendung zum Nachhören

Jubiläum vor einem Jahr: 15 Jahre Snow Jazz (Frühling 2015) in der einstündigen Sendung „Heimspiel“ von ORF Radio Salzburg:

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