Ältere verunglücken oft mit E-Bikes

An den meisten Unfällen mit Elektrofahrrädern sind Senioren beteiligt. Darauf macht die Polizei nach dem Unfalltod eines 87-Jährigen am Wochenende in Hallein (Tennengau) aufmerksam.

Wenn mit dem E-Bike etwas passiert, dann sind jüngere Unfalllenker die Ausnahme. Denn das Elektrorad ist gerade bei den Senioren besonders beliebt. Das zeigt sich in der Unfallstatistik deutlich, sagt Friedrich Schmidhuber, Chef der Salzburger Verkehrspolizei: „Wir haben im Vorjahr 13 Verletzungsunfälle verzeichnet, wo E-Bike-Lenker beteiligt waren. Das Bedenkliche dabei ist, dass etwa 70 Prozent dieser Personen keinen Helm getragen haben und dass das Durchschnittsalter bei etwa 63 Jahren gelegen ist.“ Bei „normalen“ Radunfällen liegt der Altersschnitt der Verletzten laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) bei 42 Jahren.

Senioren fahren mit Elektrofahrrad (E-Bike)

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E-Bikes sind vor allem bei Senioren immer beliebter

Die Elektroräder sind bei Senioren immer beliebter, weil man mit Elektromotor-Unterstützung auch bei Gegenwind und Steigungen bequem fahren kann. Unsicher fühlen sich die E-Bike-Fahrer in der Regel nicht - so wie der Salzburger Pensionist Egbert Grillich: „Ich habe das Elektrorad seit eineinhalb Jahren. Man muss nur auf die Geschwindigkeit Acht geben. Wenn man zu schnell fährt, fängt es an, gefährlich zu werden. Ansonsten würde ich sagen, dass es weniger gefährlich ist, weil man sich nicht aufs Treten konzentrieren muss, sondern auf’s Fahren.“

Unfälle mit E-Bikes

Wenn es zum Unfall kommt, sind sehr oft Ältere darin verwickelt. Sicherheit sollte deshalb Vorrang beim E-Bike haben, appellieren Polizei und ÖAMTC.

Appell zu Training und Helmen

Doch ganz so einfach sei es nicht, sagen Experten. Gerade wenn der schwere Akku des E-Bikes relativ weit oben verbaut ist, kann es durch den höheren Schwerpunkt brenzlig werden. Zudem sind E-Bikes auch schwerer als normale Fahrräder und man fährt in der Regel auch schneller, sagt Aloisia Gurtner vom ÖAMTC Salzburg. „Wenn man sich ein E-Bike anschafft, empfehlen wir deshalb dringend, dass man sich zuallererst mit dem Fahrrad vertraut macht und im geschützten Bereich übt. Der Schwerpunkt ist ein anderer. Da gibt es E-Bike-Kurse, die man besuchen kann. Man kann’s aber auch einfach zu Hause so lange üben, bis man ein gutes Gefühl hat - und sich erst dann in den Straßenverkehr traut.“

Radfahrer nach Sturz (Unfall) mit einem Elektrofahrrad (E-Bike) auf Rollsplitt

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Der Umgang mit den deutlich schwereren und schnelleren E-Bikes will aber gelernt sein

Und ganz wichtig: Einen Helm sollte man bei der Ausfahrt mit dem E-Bike auf jeden Fall aufsetzen, auch wenn es keine Pflicht ist. Dazu appellieren Polizei, KfV und ÖAMTC.

Peter-Paul Hahnl, salzburg.ORF.at

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