Rekordstrafen für Zigarettenfabrik

Mit Rekordstrafen hat jetzt das Gerichtsverfahren um eine illegale Zigarettenfabrik in Thalgau (Flachgau) nach neun Jahren ein Ende gefunden. Das Linzer Oberlandesgericht hat die Geldstrafen zwischen 20 und 85 Millionen Euro gegen fünf Angeklagte bestätigt.

Die Urteile sind rechtskräftig. Das Verfahren war das größte Finanzstrafverfahren in der Geschichte der Österreichischen Justiz. Schauplatz war eine unscheinbare Lagerhalle im Thalgauer Gewerbegebiet Enzersberg West. Dort hat eine Gruppe von fünf Männern unter der Leitung eines Oberösterreichischen Pensionisten das gemacht, was sonst nur der Staat machen darf: Sie produzierten in zwei Jahren rund 400 Millionen Zigaretten.

Maschinen und Arbeiter aus Bulgarien

Die Maschinen kamen aus Bulgarien, der Tabak aus Argentinien, die bulgarischen Arbeiterinnen schufteten im Dreischicht-Dienst, durften sich draußen nicht blicken lassen. In Thalgau schöpfte niemand Verdacht, bis die Zollfahndung in Innsbruck die nachgemachten Markenzigaretten in einem Lastwagen entdeckte. Der entscheidende Hinweis kam von Zöllnern in Köln.

Illegale Zigaretten im Wert von 250 Millionen

Die Spur führte nach Thalgau und in eine Tiroler Lagerhalle. Insgesamt wurden dort illegale Zigaretten im Wert von 250 Millionen Euro hergestellt. Die Geldstrafen sind entsprechend hoch, zweimal 85 Millionen Euro, 55 Millionen, 30 Millionen und 20 Millionen. Das Verfahren dauerte neun Jahre, auch weil der Hauptangeklagte den Prozess immer wieder wegen angeblicher gesundheitlicher Probleme verzögert hat.