Huber wehrt sich gegen Vorwürfe von Swiss Ski

„Schlimmer wie im schlimmsten Film“ - so beschreibt Rudi Huber die Zustände im Schweizer Skiverband. Der 52-jährige Salzburger ist nach zwei Jahren als Alpinchef des Schweizer Skiverbandes zurückgetreten, weil er die ständigen Anfeindungen nicht mehr ertragen wollte.

Verbandsinterne Diskussionen seien meistens eskaliert, deftige Kraftausdrücke weit unter der Gürtellinie würden zum normalen Umgangston im Schweizer Skiverband gehören, sagt der Salzburger Skitrainer und ehemalige Alpinchef des Schweizer Landesskiverbandes Rudi Huber. Er wirkt tief betroffen, wenn er über die Geschehnisse im Schweizer Skiverband in den letzten beiden Jahren erzählt.

Rudi Huber

Barbara Gindl

Rudi Huber spricht von einer regelrechten Schmutzkampagne gegen Österreicher beim Schweizer Skiverband

Die verbandsinternen Scharmützel führten letztlich zu seinem Rücktritt, sagt Huber. Kurz darauf folgten die beiden österreichischen Trainer Walter Hubmann und Walter Hlebayna. Besonders gegen die Österreicher, aber auch unter den Schweizern seien die Feindseligkeiten groß, sagt Huber: „Das größte Problem ist die fehlende Struktur landesweit. Die Kantone konkurrieren untereinander. Alle Reformen werden blockiert“, sagt Huber.

Huber riet Kollegen per SMS von Swiss Ski ab

Letzte Woche veröffentlichte die Schweizer Boulevardzeitung „Blick“ eine SMS, mit der Huber einem österreichischen Trainerkandidaten von einem Engagement beim Schweizer Skiverband abriet: „Kann es dir nicht empfehlen, als Ösi in der CH zu arbeiten. So gut kannst du gar nicht sein, dass du nicht ständig kritisiert wirst, die Ausländerfeindlichkeit ist extrem - LG R.“ Die Aufregung war groß.

Swiss-Ski-Direktor Markus Wolf entgegnete darauf: „Von Fremdenfeindlichkeit bei Swiss-Ski kann keine Rede sein. Das zeigt allein schon eine Zahl: 31 Prozent unserer Mitarbeiter im Leistungssport sind Ausländer“, sagt Wolf.

Huber: “Es war eine regelrechte Schmutzkampagne“

Rudi Huber hat als Alpinchef in kurzer Zeit viel bewegt im Schweizer Skiverband. Zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Sotchi, Russland vergangenes Jahr, eine Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft in Vail, Colorado heuer. Die Querschüsse sind nicht weniger geworden deshalb hat er jetzt resigniert, so Huber: „Ich hätte das gerne fortgeführt, aber unter diesen Umständen und unter dieser Schmutzkampagne nicht. Gewisse Leute versuchen einfach, den eingeschlagenen Weg zu behindern“, sagt der Trainer.

Schon wenige Stunden nach Bekanntgabe seines Rücktritts sind bei Rudi Huber schon die ersten Job-Angebote eingelangt. Er will jetzt die Übergabe sauber regeln und sich dann neu orientieren, sagt Huber: „ Manche wollten uns diesen Erfolg nicht gönnen- ich muss ihn nicht unbedingt haben“, sagt der 52-jährige Salzburger.

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