61 Mrd. Euro „schmelzen“ auf Konten dahin

Gut 61 Mrd. Euro haben die Österreicher auf Konten oder Sparbücher ohne fixe Laufzeiten. Dort bekommen sie derzeit aber nur minimale Zinsen - auf einem Girokonto sind es gerade einmal 0,125 Prozent. Die Inflation liegt aber wesentlich höher - der Geld wird also weniger wert.

„Entgangener Gewinn stört überhaupt nicht - aber ein halbes Prozent Verlust, da bricht die Welt zusammen. In Wirklichkeit ist das aber das Gleiche“, sagt der Leiter des Private Banking bei der Salzburger Sparkasse, Helmut Wartner.

Gleichzeitig sind die Österreicher Wertpapiermuffel. Wenn es um’s eigene Geld geht, sind Wertpapiere hierzulande kaum ein Thema und auch das Wissen darüber ist äußerst dürftig. Das ergab eine Studie des IMAS-Instituts im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen, die am Mittwoch in Salzburg präsentiert wurde.

„Bei Sichteinlage verliert Kunde an Substanz“

Es gehe nicht darum, die Österreicher zum Zocken zu überreden, sondern auf den Wert ihres Vermögens zu achten, betont die Generaldirektorin der Salzburger Sparkasse, Regina Ovesny-Straka: „Jetzt reden wir gegen unser eigenes Geschäft - denn an der Sichteinlage verdiene ich am meisten. Das ist aber eine sehr kurzfristige Strategie. Denn bei der Sichteinlage - einem Konto oder Sparbuch ohne Bindung oder Laufzeit - verliert der Kunde an der Substanz - und es gibt Alternativen.“

Laut der Umfrage wissen 46 Prozent der Salzburger überhaupt nicht, was der Begriff „Wertpapiere“ bedeutet. Das liege auch daran, dass dieses Kapitel im Wirtschaftsunterricht an den Schulen überhaupt nicht vorkomme, kritisiert Ovesny-Straka.