Liebesmarathon „Tristan“ gut bewältigt

Als eigene Produktion des Landestheaters hatte am Mittwoch die Oper „Tristan und Isolde“ Premiere im Haus für Mozart. Wagners Liebes- und Todesmarathon ist eine Herausforderung für jedes Theater - in Salzburg hat man sie durchaus mit Anstand bewältigt.

2Tristan und Isolde" - das ist so etwas wie die Opern-Matura - schon das Bestehen kann als Erfolg gewertet werden. Selbst für das Publikum, dem fünf Stunden hindurch wenig Handlung, aber viel Leidenschaft geboten wird, ist es eine Herausforderung.

Mozarteumorchester überzeugt

Besonders groß ist aber die Aufgabe für Bühne und Orchester: wie das Mozarteumorchester Wagner spielt, gehört zu den großen Qualitäten der Aufführung. Mit ungebrochener Aufmerksamkeit, einsatzfreudig, glühend - auch Musikdirektor Leo Hussain hat ganze Arbeit geleistet.

Vom Ensemble hinterlassen die Männer den besten Eindruck. Der Berliner Michael Baba entwickelt bei seinem Rollendebüt immer mehr Wärme und Begeisterung für Tristan, Detlef Roth als Kurwenal ist ein spielfreudiger Partner. Jeanne-Michèle Charbonnet ist eine erfahrene Isolde, in der Stimme hat das aber Spuren hinterlassen.

Tristan und Isolde Oper

Jürgen Frahm/Landestheater Salzburg

Michael Baba und Jeanne-Michèle Charbonnet

Spielerisch auf das Wesentliche beschränkt

Regisseur ist Eike Gramss - in den letzten Jahren hat man von ihm an der Universität Mozarteum originelle und spielfreudige Inszenierungen gesehen, für „Tristan“ hat er sich mit Absicht aufs Wesentliche beschränkt Er wollte, dass sich das Spiel ganz aus der Spannung der Personen entwickelt. Doch auf der kargen und äußerst dunklen Bühne bleiben die Figuren starr oder auf konventionelle Posen beschränkt.

Was hinter der Geschichte von Liebe, Verrat und Tod für Konflikte lauern, davon erzählt nur die Musik. Weitere Vorstellungen von „Tristan und Isolde“ sind bis Mitte November im Haus für Mozart.

Eva Halus, ORF Salzburg Kulturredaktion