Havekost-Schau im Museum der Moderne

Gemälde: Eberhard Havekost
Gemälde des gebürtigen Dresdners
Der 45-jährige Dresdner ist Leiter der Kunstakademie Düsseldorf. Er gilt als einer der Shootingstars der deutschen Kunstszene. Seine Arbeiten sind mittlerweile Teil vieler bedeutender Sammlungen von London bis New York. Die Salzburger Havekost-Ausstellung bleibt bis zum 3. März 2013 geöffnet.
Nur auf den ersten Blick naiv
Auf den ersten Blick wirken Havekosts Bilder plakativ, schablonenhaft, ja fast naiv. In Öl flächig gestrichene, sachlich nüchterne Häuserfassaden, Hubschrauber über stilisierter Landschaft, Kriegsschiffe ohne See oder eine in groben Strichen nachgezeichnete Bergidylle aus einer Touristenwerbung stehen neben realistischen Formaten wie fotografierte und mit dem Pinsel überarbeitete Autowracks amerikanischer Herkunft.
Ästhetisch erinnern diese Arbeiten an schlecht auflösende Computergrafiken aus der digitalen Frühzeit - „tatsächlich aber spielt Havekost mit Wahrnehmung von Orten und Räumen, die immer etwas Befremdliches vermitteln, ohne den Realitätsbezug aufzugeben“, wie Ausstellungskurator Veit Ziegelmaier heute, Mittwoch, bei der Presseführung erläuterte.
Chuck Close mit von der Partie
Einen Stock darüber präsentiert das MdM die Druckgrafiken von Chuck Close. Unter dem Titel „Multiple Portraits“ sind 150 Exponate des legendären Fotorealisten zu sehen, die Close selbst zusammengestellt und auf Europareise geschickt hat. Der an den Rollstuhl gefesselte Künstler hat einzigartige Porträts von „Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern“, darunter Alex Katz, Roy Lichtenstein oder Philip Glass, geschaffen.
Zu sehen sind zum einen fototechnisch grandios tiefenscharfe Fotos in riesigen Formaten. Zum anderen zeigt die Ausstellung die kunsthandwerklich außergewöhnlich raffinierten Gesichter, die Chuck Close aus ornamentalen Farb-Bausteinen zu nur in großer Entfernung wirkungsvollen Persönlichkeitsstudien zusammengebaut hat.
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Publiziert am 01.11.2012

